Das Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN"

Das Engagement für Demokratie und Toleranz ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung. Dazu braucht es Bürgerinnen und Bürger, die sich engagieren und damit die Werte unserer Demokratie an die nächste Generation weitergeben. Das Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" unterstützt dieses Anliegen. Es baut auf den Erfahrungen der Bundesprogramme "VIELFALT TUT GUT" und "kompetent. für Demokratie" auf und fördert vor Ort, überregional und landesweit ziviles Engagement, demokratisches Verhalten und den Einsatz für Toleranz und Vielfalt.

Das Bundesprogramm besteht aus drei zentralen Bausteinen: Lokale Aktionspläne, Modellprojekte und Beratungsnetzwerke.

Lokale Aktionspläne sind konkrete, vor Ort ausgearbeitete und umgesetzte Handlungskonzepte zur Förderung von Demokratie und Toleranz.

In Lokalen Aktionsplänen arbeiten die Kommune und lokale Akteure der Zivilgesellschaft - von den Kirchen über Vereinen und Verbänden bis hin zu engagierten Bürgerinnen, Bürgern und Jugendlichen - eng zusammen und entwickeln Handlungsstrategien gegen rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen. Jeder Lokale Aktionsplan erhält eine jährliche Förderung aus Bundesmitteln.

Die Lokalen Aktionspläne sind dabei so unterschiedlich wie die Situationen vor Ort. Dies zeigt sich auch in der Auswahl der Einzelprojekte, über die in einem lokalen Begleitausschuss entschieden wird. Diesem Gremium gehören mehrheitlich Personen aus lokalen Verbänden, Kirchen und Vereinen an. Ein begleitendes Coaching unterstützt die Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Lokalen Aktionspläne.

90 Kommunen und Landkreise wurden ausgewählt, einen Lokalen Aktionsplan zu entwickeln und umzusetzen. Das Bundesprogramm unterstützt über 80 weitere Lokale Aktionspläne aus dem Vorgängerprogramm "VIELFALT TUT GUT" weiterhin bei ihrer Nachhaltigkeitssicherung, womit insgesamt über 170 Lokale Aktionspläne gefördert werden.

Modellprojekte entwickeln und erproben neue Ideen und Methoden in der Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Um das Interesse und das Eintreten für Demokratie und Toleranz bei Kindern und Jugendlichen in einer sich wandelnden Gesellschaft zu fördern, braucht es eine kontinuierliche Anpassung der pädagogischen Bildungsarbeit.

Im Bundesprogramm werden über 50 Modellprojekte in den folgenden vier Themenbereichen unterstützt:

  • Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem Antisemitismus

  • Auseinandersetzung mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen

  • Zusammenleben in der Integrationsgesellschaft

  • Umgang mit Vielfalt und Differenz im Elementar- und Primarbereich

Um die Nachhaltigkeit zu stärken ist eine finanzielle Beteiligung an den Gesamtausgaben eines jeden Modellprojektes durch Kommunen, Länder, Stiftungen oder sonstige Institutionen Voraussetzung für eine Förderung.

In den Bundesländern wurden im Bundesprogramm "kompetent. für Demokratie" Beratungsnetzwerke eingerichtet, die Menschen beim Umgang mit rechtsextremistischen, fremdenfeindlichen oder antisemitischen Vorfällen unterstützen. Das Anliegen der Beratungsnetzwerke ist es, schnelle, kompetente und passgenaue Hilfe zu leisten und Bürgerinnen und Bürger in schwierigen Situationen nicht allein zu lassen.

Die Anlässe, zu denen beraten wird, sind vielfältig. Beratungsnetzwerke unterstützen Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft Übergriffen ausgesetzt sind. Ebenso werden Schulleiterinnen und Schulleiter oder Lehrerinnen und Lehrer, denen die Verbreitung von rechtsextremem Gedankengut auf dem Schulhof Sorgen bereitet beraten. Auch Eltern, die befürchten, ihr Sohn oder ihre Tochter könnten Zugang zu einer rechtsextremistischen Organisation finden, wenden sich an die Beratungsnetzwerke.

In der aktuellen Förderperiode steht die Weiterentwicklung einer qualitativen Beratungstätigkeit in den bestehenden Beratungsnetzwerken im Vordergrund. So soll nicht nur die Beratungstätigkeit gefördert werden, sondern auch die Qualifizierung der Beraterinnen und Berater. Modulare Weiterbildungsangebote sowie Qualitätsentwicklung und Dokumentation stehen dabei im Vordergrund.