Kindertagesbetreuung Corona-KiTa-Studie: Erste Ergebnisse liegen vor

Dr. Franziska Giffey und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Bundespressekonferenz
Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellen die ersten Ergebnisse der Corona-KiTa-Studie bei einer Pressekonferenz vor© BMFSFJ

Aktuell ansteigende Corona-Fallzahlen verunsichern Eltern und Kita-Fachkräfte. Aber welche Rolle spielt die Kindertagesbetreuung im Infektionsgeschehen? Erste Ergebnisse liefert nun die Corona-KiTa-Studie, die das Bundesfamilienministerium und das Bundesgesundheitsministerium bereits im Frühjahr in Auftrag gegeben haben beim Deutschen Jugendinstitut und beim Robert Koch-Institut. Die Studie zeigt, wie Kitas und Kindertagespflegestellen bisher durch die Corona-Pandemie gekommen sind. Die wichtigsten Erkenntnisse haben Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 16. Oktober vorgestellt:

  • Weniger als ein Prozent der Kitas und Kindertagespflegestellen mussten in den letzten Wochen coronabedingt ganz oder teilweise schließen. Inzwischen werden in der Regel auch nicht mehr ganze Einrichtungen geschlossen, sondern nur die betroffenen Kita-Gruppen müssen zu Hause bleiben.
  • In etwa einem Viertel der Einrichtungen gab es in den letzten Wochen mindestens einen Verdachtsfall, allerdings haben sich bislang nur sehr wenige als tatsächliche Infektionsfälle erwiesen.
  • Die Zahl der gemeldeten Ausbrüche in Einrichtungen pro Woche bewegen sich bislang im einstelligen Bereich - bei bundesweit über 57.000 Kitas.
  • Knapp fünf Prozent des Personals in Kitas kann aktuell nicht in der Arbeit am Kind eingesetzt werden. Davon ist aber die Hälfte weiterhin in die mittelbare pädagogische Arbeit eingebunden, zum Beispiel für die Dokumentation.

Dr. Franziska Giffey:

"Wenn über neue Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus entschieden wird, müssen die Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien und der Bildungsauftrag von Kitas, Kindertagespflege und Schulen berücksichtigt werden. Inzwischen können wir dank der Corona-KiTa-Studie auf wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zurückgreifen. Wir brauchen verlässliches Wissen über die Kindertagesbetreuung in der Corona-Pandemie, damit wir verhältnismäßig reagieren können. Aktuell weist die Studienlage darauf hin, dass Kinder im Kitaalter nicht die Infektionstreiber sind. Wir wollen dieses Wissen weiter ausbauen - denn das Ziel bleibt: keine erneuten flächendeckenden Kita-Schließungen."

Interaktive Broschüre mit Praxistipps für Kitas und Kindertagespflege

Dass der Regelbetrieb bisher gut angelaufen ist, liegt auch an dem großen Engagement der Kita-Fachkräfte vor Ort. Sie haben kreative Lösungen gefunden, wie sie Kinder in der Corona-Pandemie weiter gut fördern und stärken und die Familien unterstützen können - egal ob mit digitalen Teamfortbildungen oder mit Wegeleitsystemen in Kita-Fluren. Diese und mehr Praxistipps sind gesammelt worden in der neuen interaktiven Broschüre "Kitas in Zeiten der Corona-Pandemie - Praxistipps für die Kindertagesbetreuung im Regelbetrieb" des Bundesfamilienministeriums und des Bundesgesundheitsministeriums. Sie enthält auch wichtiges Hintergrundwissen und Links zu den Vorgaben der Länder oder zu aktuellen Studien. Die Broschüre wird fortlaufend aktualisiert.

Für die Umsetzung des Regelbetriebs in der Kindertagesbetreuung und den Infektionsschutz sind die Bundesländer verantwortlich. Der Bund unterstützt sie dabei auch mit dem 5. Investitionsprogramm zum Ausbau der Kindertagesbetreuung und dem Corona-KiTa-Rat.