#AntisemitismusHeute

Bundesweite Aktions- und Bildungswochen gegen Antisemitismus

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Patenschaften zwischen Freiwilligen und Geflüchteten entwickeln sich oft zu Freundschaften© Fotolia / Igor Mojzes

Zwölfjährige Schüler, die im Unterricht von Lehrern zum jüdischen Brauch der Beschneidung befragt werden und von denen verlangt wird, den Mitschülern die Politik Israels zu erklären. Jugendliche, die von Mitschülern als "Du Jude" beschimpft werden. Menschen, die in der U-Bahn verprügelt werden, weil vermutetet wird, sie könnten jüdisch sein. Dieser Antisemitismus ist nicht die Spitze eines Eisberges, sondern Alltag für viele Jüdinnen und Juden in Deutschland.

Deshalb organisieren die Amadeu Antonio Stiftung und das Anne Frank Zentrum um den 9. November die Aktions- und Bildungswochen gegen Antisemitismus unter dem Titel "#AntisemitismusHeute". Das Datum markiert den Beginn der Novemberpogrome 1938.

Hierzu erklärt Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

"Antisemitismus muss beim Namen genannt werden. Das beste Mittel gegen Hass und Intoleranz bleiben Bildung und Verantwortungsbewusstsein für die deutsche Geschichte. Die Aktions- und Bildungswochen gegen Antisemitismus vereinen das wichtige Engagement der Zivilgesellschaft. Mit ihrer kürzlich verabschiedeten Arbeitsdefinition gegen Antisemitismus hat auch die Bundesregierung ein weiteres Instrument auf den Weg gebracht, ein gemeinsames Verständnis für die Prävention von aktuellem Antisemitismus zu schaffen."

Über 100 Veranstaltungen

Mit vier regionalen Netzwerktreffen wird Raum für Erfahrungsaustausch der Akteure in der Arbeit gegen Antisemitismus geschaffen. An öffentliche Gebäude in mehreren Städten wird die "Chronik antisemitischer Straftaten und Vorfälle" der Amadeu Antonio Stiftung projiziert, um Licht in das Dunkelfeld antisemitischer Delikte zu bringen. Über 100 Veranstaltungen in allen Bundesländern widmen sich Themen von Antisemitismus im Hip-Hop über israelbezogenen Antisemitismus bis hin zur antisemitismuskritischen Bildung in der Migrationsgesellschaft.

Der laufend aktualisierte Veranstaltungskalender ist hier zu finden: www.aktionswochen-gegen-antisemitismus.de.

Die bundesweiten Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus werden gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"