Frauen mit Behinderungen schützen

Bundesnetzwerk für Frauen-Beauftragte gegründet

Eine Gruppe von Menschen mit Schildern und einem Banner mit der Aufschrift: Starke Frauen Machen
Dr. Franziska Giffey bei der Gründungsversammlung des Bundesnetzwerks für Frauen-Beauftragte© Caro Kadatz

Auch in Werkstätten und Wohn-Einrichtungen für behinderte Menschen braucht es Frauen-Beauftragte. Sie tragen zur Gewaltprävention in der Behindertenhilfe bei und helfen Frauen mit Beeinträchtigungen, ihre Rechte zu kennen und durchzusetzen. Um sich deutschlandweit besser austauschen und vernetzen zu können, haben die Frauen-Beauftragten nun ein Bundesnetzwerk gegründet. Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey besuchte gemeinsam mit dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Jürgen Dusel, die Gründungsversammlung am 5. September in Berlin und hielt ein Grußwort.

Dr. Franziska Giffey:

"Frauen mit Beeinträchtigungen sind besonders gefährdet, Opfer von Diskriminierung und Gewalt zu werden. Sie brauchen starke Frauen, die ihnen zur Seite stehen. Deshalb ist es gut und wichtig, dass es Frauen-Beauftragte gibt, die sich in Einrichtungen und Werkstätten für Frauen stark machen, sie stärken und unterstützen. Dieser Arbeit gebührt Dank und Anerkennung."

Fast 700 Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen gibt es in Deutschland. Dort arbeiten mehr als 135.000 Frauen, die oftmals Unterstützung benötigen, um ihre Rechte durchzusetzen. Daher wurde die Werkstätten-Mitwirkungsverordnung zum 1. Januar 2017 novelliert: Jede Einrichtung muss seitdem eine Frauen-Beauftragte haben. So erhalten Frauen mit Behinderungen in ihren Werkstätten Ansprechpartnerinnen auf Augenhöhe. Frauenbeauftragte vertreten die Interessen der weiblichen Beschäftigten, stärken und ermutigen die Frauen und sind nicht zuletzt Ansprechpartnerinnen beim Thema Gewalt.

Der Gründung des Bundesnetzwerks war ein Modellprojekt mit dem Titel "Ein Bundes-Netzwerk für Frauen-Beauftragte in Einrichtungen" vorausgegangen. Es startete im Oktober 2016 und wurde vom Bundesfrauenministerium gefördert und von Weibernetz e.V. durchgeführt. Mit der Gründungsversammlung und der Wahl der Sprecherinnen des Netzwerks fand das Projekt jetzt seinen Abschluss.

Seit 2008 arbeitet Weibernetz e.V. mit Unterstützung des Bundesfrauenministeriums an der Stärkung, Unterstützung und Vernetzung von Frauen-Beauftragten in Einrichtungen. Ausgangspunkt war die hohe Gewaltbetroffenheit von Frauen mit Behinderung - insbesondere wenn sie ihr Leben zeitweise oder dauerhaft in Einrichtungen verbringen. Die Erfahrungen aus der Praxis wurden 2012 eindrücklich durch eine vom Bundesfrauenministerium in Auftrag gegebene Studie belegt, die ein erschütternd hohes Ausmaß an körperlicher, psychischer, sexualisierter und struktureller Gewalt offenlegte, die Frauen mit Behinderungen im gesamten Lebenslauf erleben.