Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig fordert am Equal Pay Day die Beseitigung der Lohndiskriminierung

Manuela Schwesig auf der Kundgebung zum Equal Pay Day.
Manuela Schwesig auf der Kundgebung zum Equal Pay Day

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig nahm am 21. März an der Kundgebung zum Equal Pay Day in Berlin teil. In ihrer Rede rief die Ministerin dazu auf, gemeinsam für gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt sowie gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit zu kämpfen: "Frauen verdienen immer noch 22 Prozent weniger als Männer. Die indirekte Lohndiskriminierung muss beseitigt werden durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Aufwertung von typischen Frauenberufen wie in der Pflege und ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit."

Zur Kundgebung unter dem Motto "Recht auf Mehr!" am Brandenburger Tor hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Sozialverband Deutschland und der Deutsche Frauenrat aufgerufen. Zahlreiche Bundestagsabgeordnete waren erschienen, um das Anliegen zu unterstützen.

Ministerin Schwesig machte deutlich wie wichtig es sei, gegen die bestehenden Ungerechtigkeiten endlich auch gesetzgeberisch aktiv zu werden: "Die direkte Lohndiskriminierung soll durch ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit beseitigt werden. Die Eckpunkte für ein Entgeltgleichheitsgesetz werde ich in diesem Jahr auf den Weg bringen."

Die unbereinigte Lohnlücke zwischen Männern und Frauen beträgt 22 Prozent und verharrt seit Jahren auf diesem hohen Niveau. In den kommenden Jahren plant die Bundesregierung deswegen zahlreiche Maßnahmen, um die Lohnlücke signifikant zu reduzieren: Der berufliche Wiedereinstieg in existenzsichernde Arbeit soll gefördert und der Übergang aus geringfügiger in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erleichtert werden. Neben einem fest verankerten Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit sollen unter anderem auch neue Transparenzregelungen eingeführt werden. Danach sollen Unternehmen ab 500 Beschäftigten künftig über ihre Lohnstrukturen, Geschlechterunterschiede und ihre Maßnahmen zur betriebsinternen Frauenförderung Stellung beziehen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen darüber hinaus ein individuelles Auskunftsrecht über die Entgeltunterschiede im Unternehmen erhalten.

In diesem Jahr steht der Equal Pay Day unter dem Motto "… und raus bist du?" Im Mittelpunkt der Kampagne stehen Erwerbsunterbrechungen, die eine wesentliche Ursache für den durchschnittlichen Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen sind. Es gilt, nachhaltige Lösungen für den beruflichen Wiedereinstieg in eine existenzsichernde Beschäftigung zu finden.

Der Equal Pay Day am 21. März markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu erreichen. Er wird vom Business und Professional Women - Germany e.V. (BPW Germany) initiiert und seit 2008 finanziell vom Bundesfamilienministerium gefördert.