Coronavirus Aktuelle Informationen zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten

Ein Mann sitzt zu Hause am Tisch mit Laptop und Telefon und seinem Sohn an der Seite
Bleiben Sie, wenn möglich, zuhause und informieren sich online zu staatlichen Hilfen und Unterstützungsangeboten© BMFSFJ

In der weltweiten Coronakrise sind wir alle gefragt - jede und jeder muss mithelfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Dabei ist es wichtig, wenn möglich zuhause zu bleiben, gut aufeinander Acht zu geben und sich dennoch gegenseitig zu unterstützen. Familien, ältere Menschen, Engagierte, Kinder, Schwangere - alle stellt das Coronavirus vor ganz individuelle Herausforderungen. Die Bundesregierung steht in dieser herausfordernden Situation eng an ihrer Seite.

Diese Übersicht bietet wichtige Informationen über staatliche Hilfen und Serviceangebote - sie wird fortlaufend aktualisiert.

Lohnfortzahlung bei Ausfall der Kinderbetreuung

Seit dem 16. März 2020 ist die Beschulung und Betreuung von Kindern in allen Bundesländern bis auf Weiteres aufgehoben. Die Länder haben dabei unterschiedliche Regelungen getroffen - von direkten Schul- und Kitaschließungen bis zur Aufhebung der Schulpflicht. Nach geltender Rechtslage können Beschäftigte zur Betreuung ihrer Kinder zunächst ohne Lohneinbußen ihrem Arbeitsplatz fernbleiben. Voraussetzung ist, dass sie ihre Kinder nicht anderweitig betreuen können, etwa durch Ehepartnerin oder Ehepartner oder die Nachbarschaft. Auf eine Betreuung durch Großeltern sollten Sie verzichten, da ältere Menschen besonders durch das Virus gefährdet sind.

Mobiles Arbeiten

Um die Betreuung langfristig sicherzustellen und die Erwerbstätigkeit trotzdem weiter zu ermöglichen, sind flexible Maßnahmen der Arbeitsorganisation gefragt. Unternehmen können überprüfen, ob für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mobiles Arbeiten infrage kommt. Das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" sammelt Handlungsempfehlungen und Tipps, um eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch in der Krisensituation zu gewährleisten.

Kurzarbeitergeld möglich

Wenn Unternehmen aufgrund der weltweiten Krankheitsfälle durch das Coronavirus Kurzarbeit anordnen und es dadurch zu Entgeltausfällen kommt, können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Diese Leistung muss vom Arbeitgeber beantragt werden.

Arbeitslosengeld und Grundsicherung

Kundinnen und Kunden der Arbeitsagentur müssen ihre Termine nicht absagen. Es entstehen dadurch keine Nachteile und es gibt keine Rechtsfolgen oder Sanktionen. Fristen in Leistungsfragen werden vorerst ausgesetzt. Die Kundinnen und Kunden erhalten rechtzeitig eine Nachricht, wenn sich diese Regelungen ändern. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter schalten derzeit auch lokale Rufnummern. Diese werden örtlich bekannt gegeben. Bei der Bundesanstalt für Arbeit können Betroffene online einen Antrag auf Arbeitslosengeld ausfüllen oder einen Grundsicherungsantrag herunterladen.

Was bei häuslicher Quarantäne wichtig ist

Oberstes Ziel ist derzeit, die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus einzudämmen. Um die Ausbreitung des Virus abzumildern, müssen Betroffene oder Kontaktpersonen einige Zeit in häuslicher Quarantäne verbringen. Dabei stellen sich viele Fragen: Wie kann ich mit dieser psychischen Belastung umgehen? Wie halte ich trotzdem Kontakt zu Freunden und Familie? Welche Informationsquellen sind die richtigen zum aktuellen Geschehen? Was bei häuslicher Quarantäne wichtig ist, hat die Bundesregierung zusammengestellt.

Wie Eltern ihren Kindern helfen können

Die Auswirkungen des Coronavirus verunsichern auch viele Kinder. Eltern und andere Bezugspersonen stehen vor der Herausforderung, mit Kindern über diese möglicherweise belastende Situation zu sprechen oder häusliche Quarantänen zu organisieren. Was kann Kindern helfen? Wie unterstütze ich mein Kind in häuslicher Quarantäne? Tipps dazu bietet dieser Artikel der Bundesregierung.

Nachbarschaftshilfe: Solidarität vor Ort

Hilfe unter Nachbarn ist momentan besonders wichtig, insbesondere dann, wenn ältere Menschen in der Nachbarschaft wohnen. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, Solidarität zu zeigen und zum Beispiel innerhalb der Hausgemeinschaft füreinander Einkäufe und Besorgungen zu erledigen. Rufen Sie, wenn möglich, bei Ihren Nachbarinnen und Nachbarn an, gehen Sie vorbei und erkundigen Sie sich - mit dem gegebenen Sicherheitsabstand - ob Hilfebedarf besteht. Oder hängen Sie einen Zettel im Hausflur aus. Informationen und Vordrucke bieten verschiedene Plattformen wie etwa das Netzwerk für Nachbarn Nebenan.de.

Hinweise für Schwangere

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis darauf, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Es wird laut Deutscher Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist. Hinweise und FAQ für Schwangere und Säuglinge hat die DGGG in einem Informationsblatt zusammengefasst.

Hilfetelefone des Bundesfamilienministeriums

Ob besorgte Kinder und Jugendliche, pflegende Angehörige oder Frauen in Notsituationen: Zeiten der privaten Abschirmung und Quarantänesituationen können bereits belastete familiäre Situationen leicht überstrapazieren. Die Hilfetelefone des Bundesfamilienministeriums stehen mit Rat und Tat zur Seite:

  • Unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 116 016 beraten und informieren die Mitarbeiterinnen des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" in 18 Sprachen zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen.
  • Unter der Nummer 0800 22 55 530 ist das Hilfetelefon "Sexueller Missbrauch" montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr bundesweit, kostenfrei und anonym erreichbar. Unter www.save-me-online.de ist das Online-Beratungsangebot für Jugendliche des Hilfetelefons erreichbar.
  • Das kostenlose, barrierefreie und 24 Stunden unter der Nummer 0800 40 40 020 erreichbare Hilfetelefon "Schwangere in Not" ist eine erste Anlaufstelle für Frauen, die über qualifizierte Beraterinnen Hilfe in den örtlichen Schwangerschaftsberatungsstellen finden. Es bietet auch eine fremdsprachige Beratung an.
  • Das Projekt "Pausentaste" unterstützt junge Pflegende mit gezielter Beratung und Information. Unter der Nummer 116 111 erreichen ratsuchende Kinder und Jugendliche die Hotline von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr. Das Beratungsangebot ist kostenlos und auf Wunsch auch anonym. Im November 2019 ist zusätzlich die Beratung in Form eines Termin-Chats an den Start gegangen.
  • Die "Nummer gegen Kummer" bietet Telefonberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern. Das Kinder- und Jugendtelefon ist unter der Rufnummer 116 111 zu erreichen - von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr.
  • Das Elterntelefon richtet sich an Mütter und Väter, die sich unkompliziert und anonym konkrete Ratschläge holen möchten. In ganz Deutschland sind Beraterinnen und Berater unter der kostenlosen Rufnummer 0800 111 0550 montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr und dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr erreichbar.

Bundesweite Hotlines zum Coronavirus

Wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder kontaktieren Sie unter 116117 an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenn Sie die Sorge haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben.

Wichtig: Gehen Sie nicht unangekündigt in eine Arztpraxis, so schützen Sie Ihre Mitmenschen im Falle einer Infektion.

Weitere wichtige Kontakte:

  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland unter 0800 011 77 22
  • Bürgertelefon des Bundesministerium für Gesundheit unter 030 346 465 100
  • Kundenservice der öffentlichen Verwaltung unter der Behördennummer 115 sowie auf www.115.de
  • Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte - per Fax: 030 340 60 66 07 und per Mail: info.deaf@bmg.bund.de oder info.gehoerlos@bmg.bund.de

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