25 Jahre Deutsche Einheit: Studie zur Gleichstellung in West- und Ostdeutschland erschienen

Foto des hell erleuchteten Brandenburger Tors
Das Brandenburger Tor© Bildnachweis: Thomas Wolf/www.foto-tw.de (CC BY-SA 3.0)

25 Jahre nach der Einheit ist Deutschland auch hinsichtlich der Gleichstellung deutlich vorangekommen. Das zeigt die Untersuchung "25 Jahre Deutsche Einheit – Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit in Ostdeutschland und Westdeutschland", die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend anlässlich des Jubiläums 25 Jahre Deutsche Einheit veröffentlicht hat.

Insgesamt ist das Ergebnis der Studie, die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums vom DELTA-Institut für Sozial- und Ökologieforschung angefertigt wurde, erfreulich. In vielen Bereichen hat eine Annäherung sowohl der Lebensverhältnisse als auch der Haltungen in Ost und West stattgefunden. Die Lebensentwürfe in Ost und West sind ähnlicher geworden und insgesamt ist heute die gleichgestellte Partnerschaft das mehrheitlich gewünschte Rollenmodell. Es herrscht Einvernehmen darüber, dass gute und verlässliche Kinderbetreuung die Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt erhöht.

In einigen Bereichen aber weist Westdeutschlands eine gewisse "Verspätung" gegenüber den Neuen Bundesländern auf. Denn in Ostdeutschland gibt es eine höhere Frauenerwerbstätigkeit, zudem sehen sich Vollzeit arbeitende junge Mütter deutlich weniger unter Druck als ihre westdeutschen Nachbarinnen.

Eine Mehrheit der Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer ist der Meinung, dass die Kinderbetreuung und Frauenerwerbstätigkeit in der ehemaligen DDR positive Impulse für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ganz Deutschland hatte. Das ist bemerkenswert, denn nach erheblicher Zurückhaltung gegenüber allem "DDR-haften" in den ersten Jahren der Wiedervereinigung  ist diese Erinnerungskultur der Anerkennung ein wesentlicher Beitrag zum weiteren Zusammenwachsen der beiden Teile Deutschlands.

Die repräsentative wissenschaftliche Untersuchung vermittelt ein differenziertes Bild der Entwicklung von Gleichstellung im vereinigten Deutschland. Untersucht wurde, wie die Geschlechterverhältnisse in Ost und West vor der Wiedervereinigung waren und wie sie sich bis heute entwickelt haben, zum Beispiel im Bereich der Erwerbstätigkeit, dem Zugang zu Führungspositionen, den Aufgaben im Haushalt und der Kinderbetreuung. Befragt wurden Männer und Frauen in Ost- und Westdeutschland

Am 24. September hat die Bundesregierung den Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit 2014 beschlossen. Auch dieser zieht nach 25 Jahren Deutsche Einheit eine positive Bilanz: Die Annäherung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West sei weitgehend erreicht.