"Männlichkeit im Wandel" - Fachkongress in Berlin

Ein Mann hält ein Baby im Arm und gibt ihm das Fläschchen, Bildnachweis: fotolia
Moderne Gleichstellungspolitik richtet sich auch an Jungen und Männer

Die veränderten Lebens- und Berufswelten von Jungen und Männern stehen im Mittelpunkt des zweitägigen Fachkongresses "Männlichkeit im Wandel - Neue Wege für Jungs" am 2. und 3. Dezember in Berlin. "Immer mehr Männer spüren heute den Zwiespalt zwischen ihren traditionellen Rollenmustern im Beruf und dem Wunsch, sich stärker in der Familie einzubringen", betonte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium.

"Dieser gesellschaftlichen Entwicklung tragen wir Rechnung: Die klassische Frauenpolitik hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker hin zu einer Politik der Chancengleichheit erweitert, die die Bedürfnisse beider Geschlechter berücksichtigt", so Lutz Stroppe.

Gefördert vom Bundesfamilienministerium ermöglicht der Fachkongress einen Austausch zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis. Dabei sollen geschlechtssensible Angebote in Schule, Jungenarbeit und Berufswahl diskutiert und erfolgreiche Projekte des Bundesfamilienministeriums wie "Boys'Day - Jungen-Zukunftstag", "Neue Wege für Jungs" und "Mehr Männer in Kitas" vorgestellt werden.

Anlässlich des Fachkongresses veröffentlicht das Bundesfamilienministerium die Studie "Jungen und Männer im Spagat: Zwischen Rollenbildern und Alltagspraxis". Die sozialwissenschaftliche Untersuchung beleuchtet Einstellungen und Verhalten von Männern und Jungen und stellt diese auch in Zusammenhang zum anderen Geschlecht.

Laut Studie sagen fast drei Viertel der Männer, dass sie für eine konsequente Gleichstellung im Berufs- und Privatleben sind. In der Praxis gelingt dies jedoch nur knapp sechs Prozent. Die ganzheitliche Betrachtung der Studie bezieht neben dem Lebensverlauf und dem Generationenwandel erstmals auch die Ergebnisse der Jungenforschung ein.