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Wirtschaft stellt Zielvereinbarungen für mehr Frauen in Führungspositionen vor
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und ihre Kabinettskollegen Ursula von der Leyen und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger haben sich am 17. Oktober in Berlin zu einem Gespräch mit Vorstandsmitgliedern der Dax-30-Unternehmen getroffen. Hintergrund des Gesprächs ist die Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen. Die Unternehmen stellten eine detaillierte Liste unternehmensspezifischer Zielmarken vor und lösten damit die im März gegebene Zusage ein, sich bis zum Jahresende konkrete Ziele für den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu setzen.
"Die unternehmensinterne Verständigung auf diese Ziele hat in den Unternehmen wichtige Diskussionen in Gang gesetzt, was sich mit Blick auf faire Chancen für Frauen ändern muss. Was die Dax-30-Unternehmen hier in wenigen Monaten auf die Beine gestellt haben, ist bereits mehr als alles, was es in den letzten zehn Jahren an Ankündigungen gab", sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder nach dem Treffen.
Konkreter Zeitrahmen für Zielvereinbarungen
Die Dax-30-Unternehmen stellten den Regierungsmitgliedern ihre individuellen Zielvereinbarungen vor, mit denen sie den in den nächsten Jahren avisierten Anteil von Frauen in Führungspositionen in ihren Unternehmen verbindlich festlegen werden. Die Fortschritte bei der Umsetzung der Ziele sollen jährlich dokumentiert und veröffentlicht werden. Im Gegensatz zur freiwilligen Selbstverpflichtung der Wirtschaftsverbände aus dem Jahr 2001 haben sich in diesem Jahr Arbeitgeber selbst verbindlich auf konkrete Ziele und einen Zeitrahmen für die Umsetzung festgelegt. Die Zielerreichung kann damit erstmals tatsächlich überprüft werden.
Gesetzliche FlexiQuote
Allerdings besteht auf der Ebene von Vorständen und Aufsichtsräten weiterhin Handlungsbedarf: Aktuelle Zahlen zeigen, dass im Jahr 2011 unter den 26 Vorstands-Neuberufungen der Dax-30-Unternehmen gerade einmal vier Frauen gewesen sind. Der Vorschlag von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, mit einer gesetzlichen FlexiQuote alle börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen zu unternehmensspezifischen Zielsetzungen für Vorstände und Aufsichtsräte zu verpflichten, greift die Erfahrungen des letzten Jahres auf.
Die Selbstverpflichtung der Dax-30-Unternehmen sowie die FlexiQuote setzen auf Transparenz und Wettbewerb und berücksichtigen die Rahmenbedingungen der einzelnen Unternehmen. Während die Selbstverpflichtung der Dax-30-Unternehmen auf den Talentpool unterhalb der obersten Führungsebene gerichtet ist, soll das FlexiQuoten-Gesetz Unternehmen verpflichten, sich bezüglich der Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten jährliche verbindliche Zielmarken zu setzen.