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Hintergrund
Im Detail: Motive für den beruflichen Wiedereinstieg
Ökonomische Motive sind für Frauen bei einem Wiedereinstieg in den Beruf im Anschluss an ihre Familienphase ein entscheidender Faktor. Dies ist eines der Ergebnisse der Studie "Zeit für Wiedereinstieg - Perspektiven und Potenziale". Die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Untersuchung des DELTA-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung und Sinus Sociovision zeigt zudem, dass eine Entlastung durch den Partner und Haushaltsnahe Dienstleistung noch besser genutzt werden können.
Die in der Untersuchung festgestellte gestiegene Bedeutung materieller Motive für die Berufstätigkeit von Frauen ist zum einen auf ein sich veränderndes Rollenbild von Frauen und der Bedeutung ihrer Berufstätigkeit für die Existenzsicherung der Familie zurückzuführen. Zum anderen haben vor allem Vollzeit beschäftigte Männer im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Arbeitsplatz verloren oder mussten in Kurzarbeit gehen. Dadurch wurde ein erheblicher Teil von Frauen zu Familienernährerinnen und nahmen eine neue Rolle innerhalb der Familie ein.
Wiedereinstieg ermöglicht Gleichstellung in Partnerschaft
Stärkstes Motiv für den erneuten Einstieg in den Beruf ist die eigene Altersvorsorge (2008: 69 Prozent; 2010: 78 Prozent) und die Existenzsicherung der Familie (2008: 69 Prozent; 2010: 76 Prozent). Fast die Hälfte der befragten Wiedereinsteigerinnen (46 Prozent) verbinden mit ihrer erneuten Berufstätigkeit die Erwartung auf Gleichstellung in ihrer Partnerschaft ("stimme voll und ganz zu"). 76 Prozent versprechen sich durch einen erneuten Berufseinstieg die neue Verteilung von Rollen und konkreten Aufgaben - bei Wiedereinsteigerinnen im Alter von 50 bis 60 Jahren ist diese Erwartung noch stärker ausgeprägt (80 Prozent).
Entlastung durch Partner und Haushaltsnahe Dienstleistungen
Die Studienergebnisse zeigen zudem, dass Frauen in der Phase vor dem Wiedereinstieg die Möglichkeit und Notwendigkeit ihrer Entlastung durch den (Ehe-)Partner unterschätzen. Dies betrifft sowohl die Kinderversorgung und Kinderbetreuung als auch Haushaltstätigkeiten und weitere Aufgaben der Familie. Das Teilen dieser Aufgaben mit dem (Ehe-)Partner oder Verwandten, aber auch mit Nachbarn oder einer Haushaltshilfe wird von vielen Frauen noch nicht ausreichend genutzt.
Frauen unterschätzen vor dem Wiedereinstieg die Entlastungsmöglichkeiten seitens des Partners und Haushaltsnaher Dienstleistungen. Stattdessen sehen sich zahlreiche Frauen bei der Planung ihres Wiedereinstiegs mit der Herausforderung konfrontiert, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Oftmals entscheiden sie sich gegen eine Vollzeitstelle und stattdessen für einen Minijob oder für eine Teilzeittätigkeit. Erfolgreiche Wiedereinsteigerinnen dagegen haben mit entsprechenden Entlastungen gute Erfahrungen gemacht.
Wiedereinstieg betrifft die ganze Familie
Unabhängig von materiellen Ressourcen, persönlichen Motiven, finanziellen Zielen und Perspektiven zeigt die Studie: Der Wiedereinstieg der Frau betrifft die ganze Familie. Politisch wird es zunehmend wichtig, die Unterstützung durch den (Ehe-)Partner beim Wiedereinstieg ebenso selbstverständlich zu mobilisieren wie dies mit der Partnerzeit beim Elterngeld für die Phase der Familiengründung bereits gelungen ist.
Die im Jahr 2010 vom DELTA-Institut durchgeführte Befragung schließt an zwei Repräsentativuntersuchungen aus den Jahren 2007 und 2008 zu Zielen, Motiven, Barrieren und Bedarfen von Wiedereinsteigerinnen an. Für die repräsentative Studie wurden insgesamt 1.800 Personen über einen Zeitraum von 2 Monaten befragt.
