Hintergrund

Im Detail: Gute Vereinbarkeit für Eltern mit Schulkindern

In den letzten Jahren standen vor allem die Vereinbarkeitswünsche von Familien mit Kindern im Krippen- oder Kindergartenalter im Fokus der Arbeit der Lokalen Bündnisse. Darüber hinaus darf nicht aus dem Blickfeld geraten, dass sich auch für Familien mit Schulkindern Herausforderungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen. In rund 45 Prozent der Familien ist das jüngste Kind zwischen 6 und 14 Jahren alt. Eine Allensbachstudie aus dem Jahr 2010 hat herausgefunden, dass knapp 40 Prozent der nichtberufstätigen Mütter mit Schulkindern gerne arbeiten wollen - bei den Alleinerziehenden sind es mehr als die Hälfte.

Die allermeisten Kinder stehen einer Nachmittags- und Ferienbetreuung positiv gegenüber: Lediglich 6 Prozent der Halbtagsschüler wollen diese Angebote nicht nutzen. Der Erwerbstätigkeit beider Eltern stehen die Kinder und Jugendlichen positiv gegenüber.

Der Schuleintritt der eigenen Kinder bedeutet, dass beim Besuch einer Halbtagsschule eine Betreuungslücke am Nachmittag besteht und sich für viele Wochen im Jahr während der Schulferien die Vereinbarkeitsprobleme noch verschärfen. Vor allem Mütter haben aus diesen Gründen nicht nur Probleme, wieder eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sondern auch, ihren gewünschten Stundenumfang und die berufliche Weiterentwicklung zu realisieren. Viele Mütter wünschen sich hier Entlastung.

Ein Blick in die Betreuungslandschaft für schulpflichtige Kinder zeigt die neben klassischen (gebundenen) Ganztagsschulen bestehende Vielfalt der Angebote. Insgesamt wird etwa jedes vierte Grundschulkind ganztägig in einem schulischen oder außerschulischen Betreuungsangebot betreut. Durch die hohe quantitative Bedeutung der Hortbetreuung in Ostdeutschland fallen die Gesamtbetreuungsquoten mit 73 Prozent in den neuen und 19 Prozent in den alten Bundesländern deutlich auseinander.

Gerade die offenen Ganztagsschulen sind ein Beispiel dafür, wie sich durch ein Zusammenspiel von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Vereinen sowie Behörden und Ämtern nachmittägliche Angebote in den Bereichen Sport, Musik und Kultur, Jugendarbeit und Familienbildung realisieren lassen.

Nachmittägliche Betreuung kommt bei Eltern und Schulkindern gut an

Demoskopische Untersuchungen zeigen, dass bei Eltern von Schulkindern verlässliche Betreuung auf eine hohe Akzeptanz stößt. So wäre 45 Prozent der von Vereinbarkeitsproblemen betroffenen Mütter geholfen, wenn auch Schulen verstärkt Ganztagsbetreuung anbieten würde.  30 Prozent der Mütter würden es begrüßen, wenn ihre Kinder in der Schule ein warmes Mittagessen erhielten, 57 Prozent wünschen bessere Betreuungsmöglichkeiten während der Schulferien.

Die Akzeptanz von Ganztagsschulangeboten ist auch unter den Schulkindern groß. Auch mit einer Erwerbstätigkeit ihrer Mutter haben Schulkinder keine Probleme, sondern sehen diese positiv. Die Erwerbstätigkeit der Eltern ist kein Hindernis für elterliche Zuwendung. Ganz überwiegend sind die Kinder mit dem Familienleben und damit, wie die Eltern für sie da sind, zufrieden.

Verlässliche Betreuung von Schulkindern schafft Erwerbschancen für Mütter

Bedarfsgerechte Kinderbetreuungsmöglichkeiten von Schulkindern würden mehr Mütter in die Lage versetzen, ihre Arbeitszeiten wunschgemäß zu gestalten. Mehr als drei Viertel der erwerbslosen Mütter mit Erwerbswunsch geben an, dass sie auf keine ausreichende Kinderbetreuung zurückgreifen können. Berechnungen zeigen, dass bei einer entsprechenden Betreuung bis zu 461.000 Mütter mit Schulkindern wieder erwerbstätig sein könnten. Steuerliche Mehreinnahmen von rund 1,02 Mrd. Euro sowie zusätzliche Beiträge zur Sozialversicherung von rund 2,62 Mrd. Euro könnten erzielt werden.