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Hintergrund
Im Detail: Studie zu männlichen Erziehern in Kitas
Die Studie "Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten" hat erstmals aktuelle Daten zum Anteil von männlichen Erziehern in Kitas und deren Wahrnehmung erhoben. Befragt wurden nicht nur das Fachpersonal der Kitas und die Träger von Kindertagesstätten, sondern auch die Eltern. Das Ergebnis der Studie lautet: In Deutschland herrscht deutlich ein positives Klima für mehr männliche Erzieher in Kitas.
"Die Kita ist für junge Männer ein attraktives, zukunftsfähiges und vielfältiges Arbeitsfeld mit zunehmender gesellschaftlicher Anerkennung", lautet das Fazit der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zur Studie.
Diese Wertschätzung spüren auch die in den Kindertagesstätten arbeitenden männlichen Fachkräfte. Dennoch liegt der männliche Anteil am Gesamtpersonal immer noch bei 2,4 Prozent.
Zufrieden mit Erziehern
Die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene, repräsentative Studie zeigt deutlich: Die Türen der Kindertagesstätten stehen männlichen Erziehern offen. Die in den Kitas arbeitenden männlichen Fachkräfte werden von allen Befragten als Bereicherung innerhalb der pädagogischen Arbeit wahrgenommen und geschätzt. In etwa 80 Prozent der Träger-Verantwortlichen und Kita-Leitungen sowie zwei Drittel der Eltern geben an, dass Erzieherinnen und Erzieher in ihrer pädagogischen Arbeit voneinander lernen können. Von der Präsenz und Mitarbeit männlicher Erzieher erhoffen sich die Befragten auch, dass traditionelle Rollenvorstellungen erweitert werden: Frühkindliche Bildung und Erziehung können ebenso zum Rollenverständnis eines Mannes dazu gehören wie Pflegen, Trösten und Fürsorglichkeit.
Veraltetes Berufsbild
Allerdings gibt es trotz positiver Bilanz zahlreiche Hürden und Barrieren, die verhindern, dass Männer den Erzieherberuf ergreifen. So sind derzeit nur drei Prozent der Erzieher in Kitas männlich. Betrachtet man das Fachpersonal, ohne Zivildienstleistende, Praktikanten und Absolvierende des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), sind sogar nur 2,4 Prozent der Fachkräfte in Kitas männlich.
Der Facettenreichtum des Erzieherberufs und der mittlerweile hohe Bildungsanspruch an die Arbeit in Kitas sind wenig bekannt. Ein veraltetes, stereotypes Berufsbild lässt den Erzieherberuf oft unattraktiv erscheinen. So nennen die Erhebungsgruppen als zentrale Hürden schlechte Entlohnung, niedrige gesellschaftliche Anerkennung und geringe Aufstiegschancen.
Wunsch nach politischer Unterstützung
Mehr als 80 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass Träger von Kindertagesstätten einen wesentlichen Beitrag dazu leisten sollen, den Anteil männlicher Fachkräfte in Kitas zu erhöhen. Die Erhöhung des Männeranteils in Kitas bedarf vor allem aus Sicht der Träger-Verantwortlichen und Kita-Leitungen politischer Unterstützung.
Handlungsempfehlungen
Die Autoren empfehlen in ihrer Studie, das große Interesse am Thema aufzugreifen und in Kooperation mit den wichtigsten professionellen Akteuren passgenaue Handlungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.
