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Girls' Day und Boys' Day - Faire Chancen für Jungen und Mädchen
Am 26. April nutzten Tausende von Mädchen und Jungen in ganz Deutschland den zwölften Girls' Day und den zweiten Boys' Day um zukunftsweisende Berufe kennenzulernen. Der Girls' Day und der Boys' Day bieten jährlich die Chance, neue Berufsfelder kennenzulernen und auszuprobieren, und dabei wertvolle Kontakte zu knüpfen. Zum ersten Mal fanden die beiden Aktionstage auch im Bundesfamilienministerium statt, wo Bundesfamilienministerin Kristina Schröder 24 Jungen und 24 Mädchen empfangen hat.
Girls' Day und Boys' Day sind besondere Aktionstage, denn sie überwinden einschränkende Rollenbilder in der Berufs-und Studienwahl. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können so Entscheidungenüber ihre berufliche Zukunft freier treffen und neue Handlungsspielräume kennenlernen. Der Boys' Day fand im vergangenen Jahr auf Initiative von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zum ersten Mal statt. Seitdem haben auch Jungen die Chance, Berufe und Studiengänge kennenzulernen, die sie bislang eher selten im Blick haben.
Girls' Day und Boys' Day im Bundesfamilienministerium
Auf Einladung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder fanden der diesjährige Girls' Day und Boys' Day erstmals auch im Bundesfamilienministerium statt. 24 Mädchen konnten mit Solarzellen, Lasern oder 3D-Effekten experimentierten. Zeitgleich nahmen 24 Jungen an Aktionen im Kita-Zelt, dem Apothekenlabor oder an der Baby-Wickelstation teil. Auch den Einsatz von Technik in Pflege und Gesundheit konnten sie ausprobieren.
"Girls' Day und Boys' Day unterstützen Mädchen und Jungen dabei den Beruf zu finden, der zu ihnen passt", sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. "Die Aufteilung in so genannte 'Frauenberufe' und 'Männerberufe', die noch immer in vielen Köpfen besteht, hindert viele Jungen und Mädchen daran, ihren eigenen Weg zu gehen. Deshalb habe ich zusätzlich zum erfolgreichen Girls' Day im vergangenen Jahr auch den Boys' Day eingeführt - der gleich ein riesen Erfolg wurde. Ich freue mich sehr darüber, dass schon im zweiten Jahr so viele Jungs die Gelegenheit nutzen, in andere als die 'typischen Jungenberufe' hinein zu schnuppern", so Kristina Schröder.
Berufsorientierung unabhängig vom Geschlecht
Die Vorstellung von "weiblichen" und "männlichen" Berufseignungen ist veraltet und entspricht nicht den tatsächlichen Potenzialen und Interessen von Mädchen und Jungen oder den heutigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen. Mädchen und Jungen orientieren sich bei ihrer Ausbildungs- und Studienwahl dennoch nach wie vor sehr häufig an "typisch weiblichen" und "typisch männlichen" Berufsfeldern oder Studienfächern. Anstatt ihren Interessen und Neigungen zu folgen, werden sie oft durch Eltern und den Freundeskreis beeinflusst.
Von den fast 350 betrieblichen Ausbildungsberufen beschränkten sich über 70 Prozent der Mädchen und fast 55 Prozent der Jungen im Jahr 2011 auf nur jeweils 20 Berufe. Bei der Berufsberatung spielt die geschlechtsuntypische Berufswahl nur eine geringe Rolle. Die Berufswahl sollte sich aber vorwiegend an den Interessen, Fähigkeiten und Talenten der Jugendlichen orientieren. Jenseits einengender Rollenbilder steht dann sowohl Mädchen als auch Jungen ein wesentlich breiteres Angebot von zukunftsorientierten Möglichkeiten offen.
Wenn Jungen und Mädchen nicht mehr auf die für sie "typischen" Berufe beschränkt werden, entstehen neue, faire Zukunftschancen. Der Girls' Day und der Boys' Day ermöglichen Zugänge zu Berufsfeldern ohne Vorurteile: Mädchen müssen nicht Elektrotechnikerinnen werden und Jungs müssen nicht Erzieher werden - aber die freie Wahl, zu werden, was sie wollen, haben sie erst dann, wenn ihnen das ganze Spektrum jenseits von Rollenbildern offen steht.
Boys' Day und Girls' Day wirken
Die Zahl der Veranstaltungen am zweiten Boys’ Day übertrafen jene aus dem Vorjahr. Eine gestiegene Beteiligung sowie vielfältiges Engagement vor Ort führten zu weit über 4.500 Angeboten für über 30.000 Jungen.
Die Welt der Technik, Naturwissenschaften und des Handwerks haben am zwölften Girls’ Day über 110.000 Mädchen in rund 10.000 Veranstaltungen erkundet. In diesem Jahr wurden gezielt Mädchen aus Zuwanderungsfamilien angesprochen. Der Aktionstag überwindet auch hier einschränkende Vorurteile und trägt dazu bei, dass ungenutzte Potentiale entdeckt werden.
Jugendliche und Betriebe von Aktionstagen überzeugt
Dass die beiden Zukunftstage bei Jugendlichen beliebt sind, zeigt eine Befragung im Anschluss an den Boys' Day und Girls' Day 2011. Über 90 Prozent der Mädchen und Jungen hat der Aktionstag gut oder sehr gut gefallen.
Neben den Jugendlichen sind auch die Betriebe und Einrichtungen von den beiden geschlechtsspezifischen Berufsorientierungsaktionen überzeugt: Rund 80 Prozent der Einrichtungen, Betriebe und Institutionen, die am Boys' Day teilgenommen haben, und fast 90 Prozent der Unternehmen und Organisationen, die am Girls’ Day teilgenommen haben, waren mit dem Aktionstag zufrieden oder sehr zufrieden.
Der Girls' Day - Mädchen-Zukunftstags wird gefördert vom Bundesfamilienministerium, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Der Boys' Day - Jungen-Zukunftstag ist eine Aktion von Neue Wege für Jungs. Boys' Day und Neue Wege für Jungs werden gefördert vom Bundesfamilienministerium sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.