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Hintergrund
Im Detail: Der Erzieherberuf als Zukunftsperspektive
Es ist wichtig, dass in der frühkindlichen Erziehung Frauen und Männer gemeinsam arbeiten. Sowohl Mädchen als auch Jungen profitieren, wenn sie in den Jahren, in denen sie ihre geschlechtliche Identität entwickeln, weibliche und männliche Rollenvorbilder erleben. Deshalb ist es ein wichtiges gleichstellungspolitisches Ziel des Bundesfamilienministeriums, den Anteil männlicher Fachkräfte in Kindertagesstätten deutlich zu erhöhen. Bisher liegt der Männeranteil an den pädagogischen Fachkräften in Kitas bei nur 2,4 Prozent (2008).
Mit vier unterschiedlichen Maßnahmen der Gesamtinitiative "Männer in Kitas" soll der Männeranteil in erzieherischen Berufen gesteigert werden.
Das Modellprogramm "MEHR Männer in Kitas"
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat 2010 das Modellprogramm "MEHR Männer in Kitas" gestartet, um mehr männliche Fachkräfte für die Arbeit in Kindertagesstätten zu gewinnen. Vorrangiges Ziel ist es, das Interesse von Jungen und Männern am Beruf des Erziehers zu wecken und Männer bei der Entscheidung zu unterstützen, den Erzieherberuf zu wählen.
An bundesweit 16 Standorten wurde das Programm 2011 gestartet. Durch Info-Busse, Schüler-Praktika, Schnuppertage, Freiwilligendienste und Mentorenprogramme wird für das Thema geworben. Die qualitative Einbindung von beruflichen Quereinsteigern, eine aktive Väterarbeit sowie die Auseinandersetzung mit dem Thema "Geschlecht" im Kita-Team sollen außerdem dazu beitragen, mehr Männer für den Beruf des Erziehers zu gewinnen. Das Modellprogramm wird für insgesamt drei Jahre aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Europäischen Sozialfond gefördert.
Die Koordinationsstelle "Männer in Kitas"
Die Koordinationsstelle "Männer in Kitas" ist Teil des Modellprogramms und ist der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin angegliedert. Seit Anfang 2010 führt sie die zahlreichen Akteure im Berufsfeld von Kindertagesstätten zusammen und vernetzt, informiert und berät. Sie identifiziert Forschungslücken und erarbeitet Vorschläge zur Schaffung von Rahmenbedingungen, die Männern den Einstieg und den Verbleib im Erzieherberuf erleichtern. Die Koordinationsstelle wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Das Quereinsteigerprogramm "Männer in Kitas"
Mit dem Quereinsteigerprogramm "Männer in Kitas" sollen bundesweit Ausbildungsmöglichkeiten für geeignete Quereinsteiger zu staatlich anerkannten Erziehern geschaffen werden. Dazu arbeitet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eng mit den Ländern und der Bundesagentur für Arbeit zusammen, um die notwendigen Anpassungen der länderspezifischen Ausbildungsrahmenvorgaben zu bewirken. Erste Ausbildungen sollen ab August beziehungsweise September 2011 in den Bundesländern beginnen, in denen die rechtlichen Vorraussetzungen bereits vorliegen.
"Tandem-Studie" zu männlichen und weiblichen Erziehern in Kindertagesstätten
Im Rahmen der Tandem-Studie zu männlichem und weiblichem Erzieher in Kindertagesstätten Forscherinnen und Forscher der Evangelischen Hochschule Dresden seit November 2010 der Frage nach, worin die Besonderheiten der Erziehung durch einen Erzieher oder eine Erzieherin in der konkreten pädagogischen Praxis von Kindertageseinrichtungen liegen. Die Studie schließt eine bestehende Forschungslücke im Bereich der außerfamiliären, institutionalisierten Erziehungspraxis und stellt eine wichtige inhaltliche Ergänzung der Gesamtinitiative dar.