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6. Das institutionelle Angebot für Kinder unter 3 Jahren

Betreuungsangebote für unter 3-Jährige sind im Westen Deutschlands dünn gesät. In den westlichen Flächenländern stehen nur für 2,4% der Kinder dieser Altersgruppe Plätze zur Verfügung, in den Stadtstaaten für ca. ein Viertel. Im Osten hat die institutionelle Betreuung auch der Jüngsten eine höhere Verbreitung und Selbstverständlichkeit: Hier reichen die Plätze für 37% der unter 3-Jährigen. Die Schere zwischen Ost und West hat sich zudem in den vergangenen Jahren weiter geöffnet: In den östlichen Ländern wurden deutlich Plätze ausgebaut, im Westen schreitet der Ausbau hingegen nur schleppend voran. Die Wirkungen des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) werden sich dabei frühestens an den Daten der nächsten Erhebung ablesen lassen.

Ein Trend zur alterserweiterten Betreuung im Westen sowie eine Rückkehr zu separaten Krippengruppen in kombinierten Einrichtungen im Osten kennzeichnen die Angebotsstruktur für unter 3-Jährige. Reine Krippen kommen nur noch in den westlichen Flächenländern häufiger vor. Krippenplätze sind traditionell Ganztagsplätze, weil sie sich an den Bedürfnissen erwerbstätiger Eltern orientieren. Ähnlich wie für die anderen Altersgruppen ist zu beobachten, dass der jüngste Platzausbau fast nur von freien Trägern vorangetrieben wird. Besonders Elterninitiativen leisten hier weiterhin einen unverzichtbaren Beitrag. Sie vereinigen nach den öffentlichen Trägern bundesweit das größte Platzkontingent auf sich.