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Worum es im Handbuch geht

Der Bedeutung der SPFH entsprechend und gemäß ihrem vielseitigen Arbeitsauftrag in den Familien ist das Handbuch ein umfangreiches Nachschlagewerk geworden, daß für Fachkräfte, öffentliche und freie Jugendhilfeträger, Ausbildung und Forschung einen Einblick in diese Tätigkeit auf verschiedenen Ebenen geben soll. Der Inhalt des Buches reicht von den theoretischen Grundlagen über praktische Hinweise und methodische Handlungsstrategien, u.a. einem Instrument zur Selbstevaluation, bis hin zu Fallbeispielen, die die Tätigkeit der SPFH illustrieren.

Kapitel 1 enthält den momentanen Stand der SPFH in der Bundesrepublik hinsichtlich ihrer Verbreitung und dem Stand der Forschung.

Die Einordnung der SPFH in das System der Hilfen zur Erziehung folgt im 2. Kapitel. Es werden im Vergleich zu den anderen Hilfen zur Erziehung Schwerpunkte herausgearbeitet. Dies bildet die Grundlage für den fachlichen Part der Entscheidung für eine Hilfe zur Erziehung im Hilfeplanprozeß.

Die theoretischen und praktischen Implikationen der Hilfeplanung werden im nächsten Kapitel (Kap. 3) abgehandelt, mit konkreten Hinweisen für eine leistungsorientierte Gestaltung ergänzt und anhand von Fallbeispielen verdeutlicht.

Welche Familien in der Bundesrepublik tatsächlich durch SPFH betreut werden und mit welchen Schwierigkeiten sie belastet sind, wird im Kapitel 4 erläutert. Hier geht es zudem um Ausschlußkriterien und Mindestanforderungen, die den Fachkräften eine Entscheidungshilfe geben sollen, welche Familien sinnvollerweise von SPFH betreut werden. Um die Dienstleistungsorientierung dieser Hilfe zu unterstreichen, kommen hier die EmpfängerInnen dieser Leistung selber zu Wort: Sie teilen mit, aus welchem Anlaß SPFH aus ihrer Sicht in ihrer Familie durchgeführt wurde und welche Wirkung die Hilfe hatte. Verschiedene Kernpunkte einer erfolgreichen SPFH werden dabei deutlich: Die Familien sind dankbar, daß sie eine Hilfe erhielten, die sie wirklich ernstnahm, die nicht zusätzlich zu der oft gewohnten sozialen Stigmatisierung beitrug, die ihnen half, im Dschungel der Behörden klarzukommen, in Ehekonflikten vermittelte, Unterstützung bei der Erziehung der Kinder gab. Erstaunlich war, daß für diese Familien der Hauptgesichtspunkt der Hilfe zumeist nicht die handfeste materielle Unterstützung war. Sie betonten demgegenüber, wie wesentlich es für sie war, daß ihnen jemand wirklich zuhörte, sie sich die "Sorgen von der Seele" reden konnten und so selber kleine und größere Schritte auf dem Wege einer Lösung der schwierigsten Probleme entwickeln konnten. Die Aussagen der Familien widersprechen deutlich der Orientierung einer SPFH an einer rein lebenspraktischen Unterstützung dieser Familien. "Seelischen Aufbau" - so nannte ein Vater (von drei Kindern und Analphabet) den für ihn wesentlichen Aspekt der Hilfe.

Um die Darstellung der Arbeitsbereiche und der notwendigen Qualifikation geht es im Kapitel 5. Entsprechend den vielfältigen Unterversorgungslagen und hohen Belastungen der Familien sind in der SPFH Tätigkeiten auf mehreren Ebenen notwendig: Es geht sowohl um emotionale und informelle als auch um instrumentelle Unterstützung. Geht man von einer Sozialpädagogischen Familienhilfe aus, die ihrem Namen gerecht wird, einer Hilfe, die die verschiedenen Stränge des Handelns vereint, dann ist es die Basis des Handelns, anknüpfend an den Alltag - und das ist auch die große Chance dieser Hilfeform -, die Möglichkeiten der Auseinandersetzung der Familien mit den situationsspezifischen, sozialen und beziehungsmäßigen Anforderungen zu verbessern und konstruktiver zu gestalten. Arbeitsprinzip ist die Anknüpfung an inner- und außerfamiliären Ressourcen, die gemeinsam mit der Familie gefunden, entwickelt und nutzbar gemacht werden müssen. Das Handbuch zeigt hier die notwendigen professionellen Kompetenzen auf, die zudem einem zeitgemäßen Beratungstypus insgesamt entsprechen.

Das nachfolgende Kapitel 6 ist den organisatorischen Voraussetzungen einer SPFH gewidmet, die nach den bisherigen Erfahrungen Effizienz und erfolgreiches Handeln in dieser Hilfe fördern. Einer kritischen Darstellung der in der Bundesrepublik vorhandenen Organisationsformen und von Modi der Finanzierung schließt sich eine ausführliche Erläuterung der Supervision in ihrer Bedeutung für SPFH an, nebst praktischen Hinweisen für eine effektive Gestaltung von Fallbesprechungen in Team, Supervision und Praxisberatung. In gebündelter Form werden die Aufgaben von Leitung in der SPFH wiedergegeben, wobei ein Ansatz des Empowerments auch von MitarbeiterInnen vertreten wird, wie er dem Konzept des "controlling" zu Grunde liegt.

In der Sozialpädagogischen Familienhilfe haben sich verschiedene Formen psychosozialer Arbeit in besonderer Weise zu einer "alt-neuen" Hilfeform verknüpft; alt insofern, als es Vorformen aufsuchender sozialer Arbeit mit Familien gibt; neu, weil diese Vorformen im Kontext der Jugendhilfe wieder aufgegriffen und mit neuen Kombinationen von methodischen Konzepten durchgeführt werden. Um die Vorstellungen, die strukturellen Ambivalenzen und Konflikte von Sozialpädagogischer Familienhilfe zu verstehen, werden in Kapitel 7 Vorformen dieser Hilfe dargestellt und reflektiert.




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