Service-Angebote
Inhaltsbereich
9.2 Datenlage
Daten über Frauen und Männer mit Behinderungen finden sich vorwiegend in der amtlichen Schwerbehindertenstatistik. Diese gibt allerdings nur Auskunft über diejenigen Personen, die einen Antrag auf Anerkennung als Behinderte gestellt haben und denen ein Grad der Behinderung von mindestens 50 attestiert wurde. Jedoch stellen nicht alle Frauen und Männer, die gesundheitlich schwer beeinträchtigt sind, einen solchen Antrag. Dies trifft insbesondere zu auf Frauen, die nicht-erwerbstätig sind, und auf ältere Menschen. Damit bleibt dieser Personenkreis in der Statistik unterrepräsentiert.
Eine weitere Möglichkeit, Daten über Frauen und Männer mit Behinderungen entsprechend ihrer Bevölkerungsrepräsentanz zu erhalten, bieten der Mikrozensus und das Sozio-oekonomische Panel (SOEP). In Bezug auf Frauen und Männer mit Behinderungen ergeben sich im SOEP sehr kleine Teilstichproben. Eine Aufgliederung nach weiteren Merkmalen wie Altersgruppen, Teilnahme an beruflicher Rehabilitation, Nachfrage nach Arbeit, Arbeitsvermittlung, Einkommensgruppen usw. erscheint dann nicht mehr sinnvoll, obwohl in diesen Analysen der unbestreitbare Vorteil besteht, sowohl Menschen mit und ohne Behinderungen als auch Frauen und Männer vergleichen zu können.
Aussagen zur Erwerbsbeteiligung behinderter Frauen und Männer liefert die Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Während die monatliche Statistik seit Jahren lediglich die Rubrik "Schwerbehinderte" erfasst, wurde im Jahr 2003 erstmals ein umfassender Datenreport vorgelegt, der die Beschäftigungssituation behinderter Frauen und Männer differenziert ausweist (Bundesanstalt für Arbeit 2003a).
Bezüglich der schulischen Eingliederung behinderter Mädchen und Jungen gibt die Sonderauswertung der Schulstatistik des Bundesamtes für Statistik Auskunft. Die Situation der Vorschulkinder kann jedoch nicht geschlechtsdifferenziert ausgewiesen werden, da die Jugendhilfestatistik, die den Vorschulbereich einbezieht, diese Einrichtungen nur nach Plätzen erfasst, nicht danach, ob diese Plätze von Mädchen oder Jungen belegt werden (Statistisches Bundesamt 2004i).
Im Folgenden werden die unterschiedlichen Datenquellen zur Beschreibung der Situation von Frauen und Männern mit Behinderungen in Deutschland herangezogen und die jeweiligen Mängel der Datenerfassung und -auswertung in der Interpretation berücksichtigt sowie Erhebungs- und Forschungslücken benannt. Erschwerend bei der Darstellung erweist sich, dass infolge unterschiedlicher Erfassungsarten und Erfassungszeiträume in den einzelnen Berichterstattungen unterschiedliche, nicht vergleichbare Altersgruppen gebildet werden, bzw. bedingt durch die Schwerpunkte der jeweiligen Berichterstattungen nicht einfach anhand eines bestimmten Lebensalters die Grundgesamtheit berechnet werden kann, so dass sich aus der amtlichen Statistik nur schwer Quoten errechnen lassen. Das betrifft vor allem den Vergleich zwischen Bevölkerungsstatistik, Schulstatistik und Statistik der Kindereinrichtungen.
Daten über nicht-deutsche behinderte Frauen und Männer sind in den aktuell vorliegenden Statistiken nur vereinzelt zu finden.


