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4.7.1 Scheidungsraten

Die gegenwärtige Scheidungsquote ist für Deutschland der vorläufige Gipfelpunkt einer langfristigen Entwicklung. Wie die folgende Abbildung zeigt, steigt der Anteil an Ehescheidungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner seit 1990 für Westdeutschland (obere Linie) nahezu kontinuierlich und liegt nun für das gesamte Bundesgebiet bei 2,59 Scheidungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. In den ostdeutschen Bundesländern ist, nach einem "wendebedingten" Einbruch der Scheidungsraten Anfang der 90er-Jahre, ein auf etwas niedrigerem Niveau vergleichbarer Anstieg der Ehescheidungen zu beobachten.

Abbildung 4.10: Ehescheidungen in Deutschland insgesamt sowie in West- und Ostdeutschland1 (je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner)

1 Ostdeutschland und Berlin-Ost
Datenbasis: Scheidungsstatistik
Quelle: Statistisches Bundesamt

Deutschland liegt mit seinen Scheidungsziffern international keineswegs in der Spitzengruppe, so sind etwa in Russland und den USA mit 4,3 bzw. 4,2 Ehescheidungen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner (2001) die Scheidungsraten besonders hoch (Nave-Herz 2004: 64, 167 f.). Da Frauen in jüngerem Alter heiraten, liegt ihr durchschnittliches Alter bei einer Scheidung etwas niedriger als das der Männer. 2002 waren geschiedene Frauen in Deutschland durchschnittlich 38,9, geschiedene Männer 41,6 Jahre alt (Statistisches Bundesamt, Scheidungsstatistik).

Ein auffallender geschlechtsspezifischer Unterschied zeigt sich in der Antragstellung der Scheidung. Scheidungen werden weit häufiger von Frauen beantragt, nämlich zu 57 Prozent im Vergleich zu 36 Prozent bei den Männern. 7 Prozent entfallen auf gemeinsame Antragstellungen. In den ostdeutschen Bundesländern ist die ungleiche Verteilung sogar noch etwas stärker ausgeprägt als in den westdeutschen.

Abbildung 4.11: Ehescheidungen nach dem Geschlecht der Antragstellerin bzw. des Antragstellers in Deutschland insgesamt sowie in West- und Ostdeutschland 2003 (in %)

1 Ostdeutschland und Berlin-Ost
Datenbasis: Scheidungsstatistik
Quelle: Statistisches Bundesamt





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