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4.6.1 Altershomogamie

Bereits für die erste, mindestens ein Jahr andauernde Beziehung wurde ein hoher Anteil gleichaltriger Paare festgestellt. Bei mindestens jedem zweiten Paar war in den westdeutschen Bundesländern der Altersunterschied nicht größer als zwei Jahre; in den ostdeutschen Bundesländern trat diese Paarkonstellation noch häufiger auf. Bei den zum Zeitpunkt des Interviews im Jahr 2000 (DJI-Familiensurvey) bestehenden festen Partnerschaften (unabhängig davon, ob die Paare verheiratet waren bzw. zusammenwohnten oder nicht) ist die Altershomogamie im Vergleich zur ersten Beziehung bei den Männern deutlich und bei den Frauen schwach gesunken[121] (Vergleich der Tabellen A 4.6 bis A 4.9 mit A 4.12 bis A 4.16). Bei den westdeutschen Männern liegt der Anteil Gleichaltriger - zumindest in den beiden ältesten Geburtsjahrgängen (1946 bis 1950/1951 bis 1955) - nun um ca. 15 Prozent niedriger als in ihrer ersten Partnerschaft. Bei den westdeutschen Frauen liegt der Anteil altersgleicher Paare im Jahr 2000 über alle Kohorten hinweg nur um ca. 5 Prozent niedriger als in ihrer ersten Beziehung. Das traditionelle Modell, wonach der Mann älter als seine Partnerin ist (hier als mindestens drei Jahre älter definiert), ist mit ca. 52 Prozent bei den älteren Männern häufiger vertreten als bei den jüngeren (ca. 33 %). Nach den Angaben der Frauen ist - mit fast durchweg über 40 Prozent - kein vergleichbares Muster zwischen den Altersgruppen zu erkennen. Der Gegenpol zum traditionellen Modell, dass die Frau (drei und mehr Jahre) älter ist als ihr Partner, kommt mit maximal 11 Prozent aus der Sicht der Männer bzw. ca. 3 Prozent aus der Sicht der Frauen eher selten vor. Bei den Männern scheint mit zunehmendem Alter und in jüngeren Kohorten die Altersdifferenz zur Partnerin stärker zu variieren als bei den Frauen.

In den ostdeutschen Bundesländern ist die Gruppe der gleichaltrigen Paare insbesondere in der Stichprobe der Männer größer als im Westen. In den älteren Geburtsjahrgängen (1946 bis 1960 geboren) liegt bei den ostdeutschen Männern der Anteil gleichaltriger Paare bei 70 Prozent und mehr und damit ca. 10 Prozent höher als im Westen. Bei den Frauen ist die Differenz zwischen Ost und West geringer.

Frauen und Männer mit Abitur haben (mit Ausnahme der Anfang 50-jährigen Männer) zu höheren Anteilen eine gleichaltrige Partnerin bzw. einen gleichaltrigen Partner als Hauptschulabsolventinnen und -absolventen. Als Fazit lässt sich formulieren, dass Gleichaltrigkeit bei ostdeutschen Paaren sowohl in ihrer ersten Beziehung als auch bei späteren Beziehungen häufiger anzutreffen ist als bei westdeutschen. Bei Männern gibt es mit zunehmendem Alter die Tendenz eine jüngere Partnerin zu wählen, wohingegen bei älter werdenden Frauen kein Trend zu älteren Männern aufscheint.

[121] Hier sei nochmals darauf hingewiesen, dass im Familiensurvey keine Paare befragt wurden, sondern die interviewten Männer und Frauen Informationen über ihren Partner bzw. ihre Partnerin gegeben haben.