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4.4.2 "Frühe" Mutter- und Vaterschaft

Neben dem offensichtlichen Anstieg des Alters bei der Geburt des ersten Kindes, ist auch ein leichter Anstieg früher Mutterschaft zu erkennen. Der Anteil ist jedoch - insbesondere im internationalen Vergleich - immer noch sehr gering. Während es in Deutschland aktuell jährlich 13 Geburten je 1.000 Mädchen zum Alter von 15 und 19 Jahren gibt, liegt diese Zahl in Großbritannien bei 31 und in den USA bei 52 Geburten (Mailinglistenservice BMFSFJ 12.8.2004, mit Bezug auf die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Von allen verheirateten Frauen mit Kindern gehören in Deutschland nur 1,8 Prozent der Altersgruppe unter 25 Jahren an, von allen verheirateten Vätern sogar nur 0,5 Prozent (Tabelle 4.4).

Tabelle 4.4: Ehefrauen und Ehemänner mit in der Familie lebenden ledigen Kindern (ohne Altersbegrenzung) nach Altersgruppen in Deutschland 2004 (in %)


Datenbasis: Mikrozensus 2004
Quelle: Statistisches Bundesamt 2004ai

Betrachtet man die frühe Elternschaft unabhängig vom Familienstand, so ergibt sich folgendes Bild. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2002 in den westdeutschen Bundesländern 5.320 Geburten von Frauen, die jünger als 18 Jahre waren und von 20.558 Frauen, die jünger als 20 Jahre waren. In den ostdeutschen Bundesländern waren 1.840 Mütter unter 18 Jahre alt und 6.138 unter 20 Jahre alt (schriftliche Mitteilung von Frau Sommer, Statistisches Bundesamt). Für Gesamtdeutschland bedeutet dies prozentual, dass lediglich 1,1 Prozent aller Geburten Frauen unter 18 und 3,9 Prozent aller Geburten Frauen unter 20 Jahren zuzuschreiben sind. So niedrig diese Quoten auch sind, sie bedeuten doch einen leichten Anstieg von Teenagerschwangerschaften. Im Jahr 1996 war bei 0,6 Prozent aller Geburten die Mutter jünger als 18 Jahre, 2001 bei 0,7 Prozent. Ein kleiner Sprung erfolgt im Jahr 2002 auf 1,1 Prozent. Auch wenn die Zahlen sehr niedrig sind, sollte darauf hingewiesen werden, dass bei Frauen eine frühe Elternschaft deutlich stärker in ihren Alltag und in ihre Lebensplanung eingreift als bei jungen Männern. Häufig leben die jungen Eltern nicht zusammen und die junge Frau ist allein erziehend. Insbesondere Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Mutterschaft und schulischer sowie beruflicher Ausbildung treffen die jungen Frauen langfristig, da in dieser Lebensphase die Basis für ihre weitere berufliche Entwicklung gelegt werden müsste.