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4.1 Einleitung

Um einen ersten Eindruck vom Wandel familialer Lebensformen zu vermitteln, präsentiert das Kapitel zunächst Daten zu Veränderungen und zum aktuellen Stand der Geburtenziffern im europäischen Vergleich sowie für Deutschland und des Anteils der außerehelich geborenen Kinder (Kapitel 4.1.1 und 4.1.2). Danach wird die Verteilung der Lebensformen in Deutschland im Jahr 2004 für Frauen und Männer beschrieben (Kapitel 4.2). Diese Darstellung gibt die Basis ab für die daran anknüpfenden Ausführungen zu den verschiedenen Lebensphasen, beginnend mit der Phase des Erwachsenwerdens (Kapitel 4.3). Darauf folgend werden Angaben zur Paarfindung, zur Familiengründung sowie zu Trennung und Scheidung für das mittlere Lebensalter gemacht (Kapitel 4.4, 4.5, 4.6 und 4.7). Abschließend werden die Lebensformen älterer Menschen differenziert für Frauen und Männer sowie – soweit möglich – für die inländische und ausländische Bevölkerung beschrieben (Kapitel 4.8). Der letzte Abschnitt bietet eine Zusammenfassung der Ergebnisse (Kapitel 4.9).

Die Frage der Gleichstellung der Geschlechter in privaten Lebensformen ist nicht leicht zu beantworten. Die Antwort hängt stark von den Kriterien der Gleichheit, also von sich wandelnden Normen und Werten ab und von der alltäglichen Praxis der gelebten Beziehungen. Diese lässt sich über die formale Bestimmung des privaten Zusammenlebens nicht vollständig erschließen. Zudem kann eine Gleichstellung beider Partner nach soziodemografischen Merkmalen, z.B. wenn sich zunehmend bildungsgleiche Paare finden, in einer anderen Dimension Ungleichheit nach sich ziehen. Im Fall von bildungsgleichen Paaren würden sich z.B. soziale Kreise schließen und soziale Mobilität über eine Heirat wäre also kaum noch möglich.

[102] Damit waren meist auf Dauer angelegte Paargemeinschaften gemeint, die aber nicht in eine Ehe übergeführt wurden.
[103] Mit dem Begriff "Elter" greift Lenz einen Vorschlag von Clason (1989) auf. Elter ist keine Neuschöpfung, sondern war im Frühneuhochdeutsch als Singular von Eltern gebräuchlich. Die Verwendung des Begriffs im Singular empfiehlt Lenz, um den Eindruck zu vermeiden, dass die Familienforschung implizit die Norm unterstelle, dass nur zwei "Elternteile" ein ganzes, eine Familie mit ihren Kindern bilden können (Lenz 2003: 496, Fußnote 3).




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