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3.7 Der relative Wohlstand und die relative Armut von Frauen und Männern

Während manche der hier referierten Zahlen noch auf deutliche Geschlechterdiskrepanzen in Bezug auf das Armutsrisiko hinweisen, zeigen andere doch, dass viele Armutsrisiken Männer ähnlich wie Frauen treffen. Zum Teil könnte dies ein Artefakt sein, weil Frauen und Männer oft Bedarfsgemeinschaften bilden und dann zumindest statistisch betrachtet gemeinsam von Problemen betroffen sind.

Es ist unverkennbar, dass sich die Einkommenssituation innerhalb der Gruppe der Frauen und innerhalb der Gruppe der Männer enorm ausdifferenziert. Dort, wo mehrere Armutsrisiken kumulieren (niedriges Erwerbseinkommen, Kinder im Haushalt, allein Erziehen, Erwerbsunterbrechung wegen Kindern oder wegen Arbeitslosigkeit), sind die ökonomischen Ressourcen sehr viel knapper als bei qualifizierten, gut verdienenden allein Stehenden oder Paaren mit ein oder zwei Kindern. Insgesamt aber ist der Wohlstand in Deutschland noch immer deutlich zu Gunsten von Männern verteilt.

[108] Armutsrisiko meint hier den Anteil der Personen, die in Haushalten leben, deren verfügbare Äquivalenzeinkommen weniger als 60 Prozent des medianen Äquivalenzeinkommens im jeweiligen Land beträgt. In Deutschland beträgt die so errechnete Armutsrisikogrenze für Einpersonenhaushalte 938 € im Monat (Bundesregierung 2004a: Entwurf des Armuts- und Reichtumsberichts 14.12.2004: 14). Um zu berücksichtigen, dass Mehrpersonenhaushalte günstiger wirtschaften können, wird die Armutsgrenze nicht einfach der Personenzahl im Haushalt entsprechend vervielfacht. Vielmehr gehen die weiteren Personen mit Gewichtungsfaktoren in die Berechnung der Armutsgrenze ein. Nach der hier verwandten Skala der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) erhalten die Haupteinkommensbezieherinnen bzw. bezieher den Gewichtungsfaktor 1,0, alle weiteren Haushaltsmitglieder über 14 Jahren den Gewichtungsfaktor 0,5 und alle Mitglieder unter 14 Jahren den Gewichtungsfaktor 0,3.
[109] Armut in mindestens zwei von drei Vorjahren




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