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2.7.5 Arbeit von zu Hause aus

Zu den atypischen Beschäftigungen gehört auch die durch die modernen Kommunikationsmedien eröffnete Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. In Zukunft könnte für einen größeren Teil der Erwerbstätigen die eigene Wohnung zum Arbeitsplatz werden. Vorerst verweisen die Zahlen für Deutschland noch auf eine geringe Verbreitung der Arbeit von zu Hause aus.[55] 2004 geben aber immerhin 5,0 Prozent der männlichen und 5,4 Prozent der weiblichen Erwerbstätigen an, hauptsächlich, d.h. an mindestens der Hälfte der Arbeitstage, von zu Hause aus zu arbeiten. Von den 858.000 weiblichen Erwerbstätigen, die hauptsächlich zu Hause arbeiteten, sind 37 Prozent selbstständig erwerbstätig und weitere 49 Prozent abhängig beschäftigt. Bei den 970.000 Männern, die hauptsächlich zu Hause arbeiten, sieht die Situation anders aus. Dort sind 62 Prozent als Selbstständige tätig und 35 Prozent stehen in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. Diese Geschlechterdifferenz ist eine Folge der Tatsache, dass Männer sehr viel häufiger als Frauen als Selbstständige arbeiten (Abbildung 2.26).

Die Arbeit von zu Hause setzt häufig eine gute Erreichbarkeit und Ausstattung mit modernen Kommunikationsmedien voraus. Drei Viertel der abhängig Beschäftigten, die hauptsächlich zu Hause arbeiten, nutzten einen Computer (Frauen: 73 %; Männer: 78 %). Bei den Selbstständigen haben Frauen zu 68 Prozent und die Männer zu 74 Prozent ihren häuslichen Arbeitsplatz technisiert.[56] Die neuen Kommunikationsmedien könnten Frauen wie Männern die Vereinbarung von Familienaufgaben mit Berufsarbeit erleichtern (Statistisches Bundesamt 2005a und 2005b).

[55] Erwerbstätige arbeiten zu Hause, wenn sie ihren Beruf ausschließlich oder teilweise zu Hause ausüben, wie etwa Telearbeiter, Handelsreisende, die ein auswärtiges Kundengespräch vorbereiten und Lehrer, die zu Hause Unterrichtsstunden vorbereiten und Klassenarbeiten korrigieren. Arbeit zu Hause liegt nicht vor, wenn Arbeitnehmer/-innen unter Zeitdruck oder aus persönlichem Interesse in ihrer Freizeit unentgeltlich arbeiten. Auch Ärzte/Ärztinnen oder Steuerberater/-innen üben keine Heimarbeit aus, wenn ihre Praxis oder ihr Büro an den Wohnraum angrenzt und mit einem separaten Eingang versehen ist.
[56] Unter allen Erwerbstätigen geben 2004 60 Prozent der Frauen und 59 Prozent der Männer eine PC-Nutzung am Arbeitsplatz an. Für die meisten Frauen der jüngeren Jahrgänge ist PC-Arbeit selbstverständlich (63 % der unter 30-Jährigen, 63 % der 30- bis 44-Jährigen). Nur die Hälfte (49 %) der jungen Männer nutzt zur Aufgabenbewältigung einen Rechner. Männer im Alter von 30 bis 44 Jahren zählen mit 62 Prozent besonders häufig zu den PC-Anwendern. In der Altersgruppe der 45- bis 59-jährigen Männer arbeiten 61 Prozent an einem Bildschirmarbeitsplatz. Frauen weisen in dieser Altersgruppe eine Nutzungsrate von 57 Prozent auf. Erwerbstätige Frauen und Männer mit 60 und mehr Jahren geben zu 41 bzw. 53 Prozent eine PC-Nutzung an (Statistisches Bundesamt 2005a und 2005b).