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2.7.2 Flexible Arbeitszeitformen
Parallel zur Ausbreitung der Teilzeit nehmen auch andere Arbeitszeitformen zu, die vom traditionellen Normalarbeitsverhältnis abweichen: Wochenend-, Nacht- und Schichtarbeit. Auf diese Arbeitszeitformen greifen Betriebe zunehmend zurück, um eine Entkoppelung der Betriebs- und Öffnungszeiten von den individuellen Arbeitszeiten zu erreichen (Statistisches Bundesamt 2003a: 56). Von der Zunahme flexibler Arbeitszeitformen sind erwerbstätige Frauen ebenso wie Männer betroffen (Abbildung 2.15). Männer befinden sich 2004 allerdings häufiger als Frauen in diesen atypischen Arbeitszeitformen. Neben den positiven Rückwirkungen auf das Erwerbseinkommen haben diese Arbeitszeitformen nachteilige Effekte, etwa für die Gesundheit und die Teilhabe am familiären Leben.
Abbildung 2.15: Anteil der erwerbstätigen Frauen und Männer mit Wochenend-, Schicht- und/oder Nachtarbeit1 in Deutschland 1991 und 2004 (in %)
1 Erwerbstätige, die ständig, regelmäßig oder gelegentlich Wochenend-, Schicht- und/oder Nachtarbeit leisten; Selbsteinstufung der Befragten, auch der Personen in Elternzeit.
Datenbasis: Mikrozensus
Quelle: Statistisches Bundesamt: 2005a; eigene Berechnungen
Von zehn Erwerbstätigen, die nachts arbeiten, sind sieben männlichen Geschlechts. Von Schichtarbeit sind männliche Beschäftigte ebenfalls überproportional häufig betroffen (Abbildung 2.16).
Zudem leisten Männer häufiger Mehrarbeit als Frauen. 2,7 Millionen (16 %) der abhängig beschäftigten Männer haben deutschlandweit in der Berichtswoche (vom 22. bis 28. März) des Mikrozensus 2004 mehr Stunden als normalerweise gearbeitet. Bei den Frauen sind es 9 Prozent oder 1,4 Millionen. 61 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen gibt als Grund Überstunden an. Damit leistet jeder zehnte Arbeitnehmer (10 %) und jede zwanzigste abhängig beschäftigte Frau (5 %) in der Berichtswoche Überstunden (Statistisches Bundesamt 2005a: 47).
2004 arbeitet über die Hälfte (52 %) der abhängig Beschäftigten in einer flexiblen Arbeitszeitorganisation. Bemerkenswert ist, dass mehr Männer (54 %) als Frauen (49 %) nach variablen Arbeitszeitmodellen arbeiten. Dagegen haben 46 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen fest vorgegeben Arbeitszeiten (Statistisches Bundesamt 2005b: 47 f.).
Abbildung 2.16: Anteile von erwerbstätigen Frauen und Männern nach der Häufigkeit von ständiger oder regelmäßiger Samstags-, Sonn- und/oder Feiertags-, Nacht-,
Schichtarbeit1 in Deutschland 2004 (in %)
1 Mehrfachnennungen waren möglich.
Datenbasis: Mikrozensus
Quelle: Statistisches Bundesamt 2005a; eigene Berechnungen
Im März 2004 verfügen 35 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer in abhängiger Beschäftigung über ein Arbeitszeitkonto, das den langfristigen Ausgleich von Zeitguthaben durch Freizeit ermöglicht. Die Hälfte der Frauen (51 %) nutzen ihre Arbeitszeitkonten füreinen stundenweisen Freizeitausgleich. Für die andere Hälfte (49 %) der Frauen ist ein tageweiser Ausgleich bindend. Bei Männern übertrifft der tageweisen (53 %) den stundenweisen Freizeitausgleich (47 %) (Statistisches Bundesamt 2005b: 47 f.). Studien des Instituts zur Erforschung sozialer Chancen liefern weiterführende und zum Teil abweichende Zahlen zur Entwicklung von Erwerbsarbeitszeiten und Überstunden (Bauer/Groß/Lehmann/Munz 2004; Bauer/Munz 2005).


