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1. Bildung, Ausbildung und Weiterbildung

Das Wichtigste in Kürze:

  • In den letzten Jahren stieg das schulische Bildungsniveau überall in Europa an. Inzwischen sind 53 Prozent der Studierenden in der EU der 15 Staaten weiblich, in Deutschland 49,5 Prozent.

  • Inzwischen haben die jungen Frauen in Deutschland die Männer im Hinblick auf ihre Schulbildung nicht nur eingeholt, sondern schon überholt. Mädchen werden in Deutschland im Durchschnitt früher eingeschult, sie wiederholen seltener eine Klasse und besuchen häufiger ein Gymnasium als Jungen.

  • Trotz der größeren Anzahl weiblicher Lehrkräfte sind Frauen in den westdeutschen Bundesländern in Schulleitungspositionen in der Minderheit.

  • Junge Männer beginnen häufiger eine Ausbildung im dualen System, junge Frauen dagegen häufiger an Berufsfachschulen. Junge Männer werden häufiger in gewerblich-technischen, junge Frauen in Dienstleistungsberufen ausgebildet.

  • Als ausgebildete Fachkräfte haben junge Frauen zunächst mehr Schwierigkeiten als Männer, eine ausbildungsadäquate Stelle zu finden. Ein Jahr nach Abschluss der Ausbildung befinden sie sich jedoch häufiger als junge Männer auf einem adäquaten Arbeitsplatz.

  • Junge Frauen und Männer nehmen heutzutage nahezu gleich häufig ein Studium auf. Auf den darauf folgenden Stufen der akademischen Laufbahn sind Frauen jedoch nach wie vor unterrepräsentiert.

  • Die Nachteile von Frauen, die das Niveau der Berufsbildung betrafen, sind weitgehend ausgeglichen. In den älteren Kohorten verfügen die Männer noch über höhere berufliche Bildungsabschlüsse, bei den unter 30-Jährigen haben dagegen schon mehr Frauen einen (Fach-)Hochschulabschluss erreicht.

  • In den westdeutschen Bundesländern nehmen Männer häufiger als Frauen an beruflicher Weiterbildung teil. In den ostdeutschen Bundesländern gibt es dagegen kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung steigt bei Frauen und Männern mit dem Bildungsniveau und dem Erwerbsstatus.

  • Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft erreichen deutlich seltener als Deutsche höher qualifizierende Schul- und Berufsabschlüsse. Junge ausländische Frauen erreichen ebenso wie die deutschen höhere schulische Abschlüsse als die jungen ausländischen Männer.