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1.7.2 Studienfachwahl

Auch bei den Studienfächern lässt sich, ähnlich wie bei den Ausbildungsberufen, ein Ranking der am häufigsten von Studentinnen (Tabelle 1.17) und Studenten (Tabelle 1.18) besetzten Fächer vornehmen.

Tabelle 1.17: Die 20 von deutschen Studentinnen am häufigsten besetzten Studienfächer im Wintersemester 2003/2004 (in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt 2004ah:Tabelle 8

Tabelle 1.18: Die 20 von deutschen Studenten am häufigsten besetzten Studienfächer in Deutschland im Wintersemester 2003/2004 (in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt 2004ah: Tabelle 8

Bei den Studentinnen hat sich die Reihenfolge der ersten fünf Plätze in den vergangenen Jahren nicht verändert. Im Gegensatz zu den betrieblichen Auszubildenden konzentrieren sich bei den Studierenden mehr Männer als Frauen auf die 20 am stärksten besetzten Studienfächer.

An erster Stelle steht 2003/2004 bei beiden Geschlechtern das Fach Betriebswirtschaftslehre. Ansonsten studieren deutlich mehr Männer Informatik, Maschinenbau/-wesen und Elektrotechnik/Elektronik und deutlich mehr Frauen Germanistik, Anglistik sowie Erziehungswissenschaft und andere sozialwissenschaftliche Fächer. Relativ ausgeglichen sind die Zahlen in Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaft sowie in den Wirtschaftswissenschaften, also dem Bereich Wirtschaft und Recht. Aber auch in Architektur und Mathematik sind die jungen Frauen ähnlich häufig vertreten wie die jungen Männer. In der Hochschulstatistik werden verwandte Fächer zu Fächergruppen zusammengefasst. In der folgenden Abbildung 1.15 wird die Verteilung junger Frauen auf diese unterschiedlichen Fächergruppen im Zeitverlauf dargestellt. Das heißt, es wird dargestellt, wie viele Studentinnen z.B. ein Fach aus dem Bereich Sprach- und Kulturwissenschaften, aus dem Bereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften usw. studierten und studieren. In Abbildung 1.16 wird diese Verteilung für die männlichen Studenten gezeigt.

Abbildung 1.15: Verteilung der Studentinnen1 auf die häufigsten Fächergruppen in Deutschland 1991 bis 2003 (in %)

1 im Erststudium
Lesehilfe: Im Jahr 1991 studierten 18 Prozent aller Studentinnen Mathematik oder eine Naturwissenschaft, im Jahr 1997 waren es nur noch 15 Prozent, im Jahr 2003 stieg der Anteil der Studentinnen der Mathematik und Naturwissenschaften an allen Studentinnen wieder leicht auf 16 Prozent an.
Quelle: DSW/HIS 2003; eigene Darstellung

Aus Abbildung 1.15 wird ersichtlich, dass seit Anfang der 90er-Jahre die meisten Studentinnen ein Fach aus dem Bereich der Sprach- und Kulturwissenschaften studieren.[23] Auf gleichbleibend hohem Niveau bewegen sich die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Sozialwissenschaftliche Fächer, Pädagogik und Psychologie konnten seit Beginn der 90er-Jahre etwas zulegen. Dagegen studierten im Jahr 2003 etwas weniger Frauen Mathematik, eine Naturwissenschaft, Ingenieurwissenschaften oder Medizin als zwölf Jahre zuvor.

Abbildung 1.16: Verteilung der Studenten1 auf die häufigsten Fächergruppen in Deutschland 1991 bis 2003 (in %)

1 im Erststudium
Quelle: DSW/HIS 2003; eigene Darstellung

Bei den männlichen Studenten sieht die Verteilung auf die verschiedenen Fächergruppen völlig anders aus. Hier dominieren die Ingenieurwissenschaften. Allerdings hat diese Studienrichtung auch bei den Männern seit 1991 an Attraktivität verloren.[24] In den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften findet sich heute ein größerer Anteil der männlichen Studenten als vor zwölf Jahren. Mathematik und Naturwissenschaften blieben in etwa auf demselben Niveau. Seltener, aber in den 90er-Jahren mit leicht steigender Tendenz, studieren Männer Fächer aus den Bereichen Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Sozialwissenschaften, Pädagogik und Psychologie. Ebenso wie bei den Studentinnen ging auch bei den Studenten der Anteil derjenigen, die Medizin studieren zurück.

Deutschland gehört zu den europäischen Staaten, in denen der Frauenanteil in den Ingenieurwissenschaften besonders niedrig ist (Abbildung 1.18) Die großen internationalen Unterschiede zeigen, dass eine deutliche Unterrepräsentanz von Frauen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Studienfächern sowie in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik nicht selbstverständlich ist (Abbildungen 1.17 und 1.18).

Abbildung 1.17: Frauenanteile bei den Studierenden der Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik1 in Europa 20032 (in %)

1 Der Indikator stellt den prozentualen Anteil der Frauen an den Studierenden der Fachrichtungen Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik dar.
2 Für Frankreich und Luxemburg sind keine Werte verfügbar, der Wert für Griechenland stammt aus dem Jahr 2002. Die Türkei, Island und Norwegen gehören nicht der EU an; sie wurden aus Vergleichsgründen hinzugefügt.
Anmerkungen:
Die verwendeten Bildungsstufen und Fachrichtungen beziehen sich auf die 1999er-Ausgabe der ISCED 97 und das Eurostat-Handbuch der Ausbildungsfelder (1999). Für Deutschland und Slowenien fehlen die Angaben zu ISCED 6; in Zypern studieren die meisten Studierenden im Ausland und sind in den Zahlen nicht aufgenommen; für Belgien ohne unabhängige private Einrichtungen.
Die Länder sind nach dem Geschlechterproporz geordnet.
Lesehilfe: Portugal hat unter den EU-Ländern den höchsten Frauenanteil bei den Studierenden der Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik, die Niederlande haben den geringsten.
Quelle: Eurostat 2005




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