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1.6.1 Übernahmechancen im Anschluss an die Ausbildung
Im Folgenden werden nun zunächst die Aussichten von Fachkräften betrachtet, nach einer betrieblichen Ausbildung übernommen zu werden (Tabelle 1.7).
Tabelle 1.7: Übernahmeangebot als Fachkraft in Deutschland 1999/2000 (in %)

Datenbasis: Befragte mit betrieblichem Vertragspartner, Befragung 2. Schwelle 1999/2000
Quelle: BIBB; Berechnungen von Granato
In der Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zur zweiten Schwelle geben von den betrieblich Ausgebildeten 72 Prozent an, dass sie ein Übernahmeangebot als Fachkraft erhalten haben. 29 Prozent der Absolventinnen und 23 Prozent der Absolventen mit betrieblicher Ausbildung haben kein Übernahmeangebot erhalten. Über die Hälfte der betrieblich ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen erhielt keine oder nur eine befristete Möglichkeit der Weiterbeschäftigung. In dieser prekären Situation finden sich die jungen Männer etwas seltener als die jungen Frauen (Tabelle 1.7).
Noch schwieriger als für die betrieblich Ausgebildeten ist die Ausgangslage für außerbetrieblich ausgebildete Absolventinnen und Absolventen. Dieser Personenkreis ist im Westen relativ klein. Im Osten Deutschlands stellten die außerbetrieblich ausgebildeten Fachkräfte 1998 jedoch 24 Prozent der Auszubildenden im dualen System (Berufsbildungsbericht 2000: 23). Die Situation der außerbetrieblich Ausgebildeten stellt sich in der BIBB-Untersuchung im Osten als besonders problematisch heraus, da 84 Prozent der außerbetrieblichen Absolventinnen und 72 Prozent der außerbetrieblichen Absolventen am Ausbildungsende keine betriebliche Beschäftigung finden. Bezogen auf das gesamte Bundesgebiet sind es 74 Prozent der außerbetrieblichen Absolventinnen und 66 Prozent der außerbetrieblichen Absolventen, die am Ende der Lehre kein Übernahme- oder Vermittlungsangebot haben. All diese jungen Frauen und Männer sind für eine ausbildungsadäquate berufliche Einmündung allein auf die Möglichkeiten angewiesen, die ihnen der Arbeitsmarkt anbietet. Für diese jungen Fachkräfte ist die Situation in Ostdeutschland besonders problematisch. Dort sind noch ein halbes bis ein Jahr nach Ausbildungsabschluss von den außerbetrieblich ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen 41 Prozent arbeitslos. Dies gilt für junge Frauen und Männer gleichermaßen (Tabelle A 1.5).
Obwohl junge Frauen die jungen Männer im Hinblick auf die Schulabschlüsse, die sie erreichen, überholt haben (Kapitel 1.4 Schulische Bildung), erhalten sie nach dem Abschluss einer betrieblichen Ausbildung signifikant seltener als männliche Befragte von ihrem Betrieb die Möglichkeit einer ausbildungsadäquaten Weiterbeschäftigung (Tabelle 1.8). Da aber Personen mit höheren Schulabschlüssen generell bessere Übernahmechancen haben, profitieren auch junge Frauen von ihren höheren Bildungsabschlüssen.
Tabelle 1.8: Übernahmeangebot als Fachkraft nach dem Schulabschluss in Deutschland 1999/2000 (in %)
Datenbasis: Befragte mit betrieblichem Vertragspartner, Befragung 2. Schwelle 1999/2000
Quelle: BIBB; Berechnungen von Granato
Die Chancen von jungen Frauen und Männern, von ihrem Ausbildungsbetrieb ein Übernahmeangebot zu erhalten, sind je nach Branche unterschiedliche (Tabelle 1.9).
Tabelle 1.9: Übernahmeangebot als Fachkraft nach Wirtschaftszweig/ Ausbildungsbetrieb in Deutschland 1999/2000 (in %)
Datenbasis: Befragte mit betrieblichem Vertragspartner, Befragung 2. Schwelle 1999/2000
Quelle: BIBB; Berechnungen von Granato
In allen in Tabelle 1.9 dargestellten Wirtschaftszweigen haben die männlichen Fachkräfte bessere Chancen als die Frauen ein Übernahmeangebot zu erhalten. In der Industrie richten sich die Übernahmeangebote allerdings ziemlich ausgewogen an Frauen und Männer.


