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1.3 Bildungsbeteiligung im Zeitvergleich

In Deutschland sind Schul- und Berufsausbildung sowie Beruf und Arbeit für die überwiegende Mehrheit junger Frauen und Männer heute von hoher Bedeutung.[2] Das zeigt auch die große Zahl junger Frauen und Männer, die weiterführende Schulen besuchen und qualifizierte Schul- und Berufsausbildungsabschlüsse erlangen (Kapitel 1.4.1, 1.4.3 und 1.8).

Junge Frauen messen im Durchschnitt den Bereichen "Schul- und Berufsausbildung" und "Beruf und Arbeit" noch mehr Wichtigkeit bei als die jungen Männer (Gille 2000: 170 ff.). Diese subjektive Einschätzung der Wichtigkeit findet ihr Pendant im Schulbesuch, denn die Mädchen haben die Jungen in den letzten Jahrzehnten an den Gymnasien anteilsmäßig überholt. Sie stellen dort im Jahr 2004 54 Prozent der Schülerschaft; an den Hauptschulen dominieren dagegen inzwischen die Jungen mit einem Anteil von 56 Prozent.

In den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts sah die Situation an deutschen Schulen noch ganz anders aus. Abbildung 1.2 zeigt die Entwicklung des Verhältnisses von Schülerinnen zu Schülern in den vergangenen vier Jahrzehnten.

Wie aus Abbildung 1.2 ersichtlich wird, dominierten noch bis in die 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts die Jungen an den Gymnasien. Doch schon seit Beginn der 60er-Jahre stieg der Mädchenanteil an den Gymnasien an; von 1960 bis 2000 wuchs er von knapp 40 Prozent auf 54,4 Prozent. Im Gegensatz dazu erhöhte sich der Jungenanteil an den Hauptschulen in diesem Zeitraum von 50 Prozent auf 56 Prozent. An den Realschulen war die Differenz zu Gunsten der Mädchen in den 70er-Jahren am größten, bis zum Schuljahr 2004/2005 glichen sich die Besuchszahlen von Mädchen und Jungen dort an. In den vergangenen vier Jahren setzte sich der Trend an Haupt- und Realschulen gemäßigt fort. Die Zunahme des Mädchenanteils an den Gymnasien stoppte jedoch. Im Promillebereich gelang es den Jungen hier, ihren Anteil wieder etwas zu erhöhen (von 45,6 % im Schuljahr 2000/2001 auf 46,0 % im Schuljahr 2004/05).

Der Anteil junger Frauen mit höheren schulischen Qualifikationen hat sich in den vergangenen 40 Jahren im Vergleich zu dem der jungen Männer also deutlich erhöht.

Abbildung 1.4: Anteile der Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien 1960/61 bis 2004/051 (in %)

1 Bis 1990 früheres Bundesgebiet, ab 1995 einschl. Ostdeutschland
Quellen: BMBF 2002b; Statistisches Bundesamt 2004b; Statistisches Bundesamt 2005h; eigene Berechnungen

[2] Siehe auch Jugendsurvey des DJI (Gille/Krüger 2000).