Liebe Leserinnen und Leser,
Freiwillige Feuerwehr - was macht sie heute aus? Längst nicht mehr nur Feuer löschen wie vor über 150 Jahren, als die ersten Feuerwehren von ehrenamtlich engagierten Menschen gegründet wurde. Das Einsatzspektrum hat sich vor allem in den letzten Jahren gewaltig vergrößert: Vom umgestürzten Chemikalientransporter über den Wohnungsbrand mit Menschenrettung oder den Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen bis hin zur Hilfe bei katastrophalen Witterungsbedingungen etwa durch Schnee oder Überschwemmungen.
So vielfältig wie das Einsatzgeschehen, so vielseitig sind auch die Einsatzkräfte, die das System der helfenden Hände am Leben erhalten: Die Kfz-Mechanikerin und der Chemiker, die Beamtin und der Lehrer, die Studentin und der Azubi - 1,3 Millionen Männer und Frauen sind in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Sie stehen 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr bereit, um anderen Menschen zu helfen. Ihr Engagement stößt jedoch auch an Grenzen - etwa da, wo sich die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt stellt. Vor allem Frauen, die immer noch die Hauptlast von Familie und Haushalt tragen, sind bislang in der Freiwilligen Feuerwehr unterrepräsentiert.
In dem Forschungsprojekt des Deutschen Feuerwehrverbandes mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden Leitlinien erarbeitet, mit deren kurz- und langfristiger Umsetzung der Anteil der Frauen in der Feuerwehr verdoppelt werden soll. Während er bei den Erwachsenen derzeit knapp zehn Prozent beträgt, sind in der Jugendfeuerwehr gut 23 Prozent Mädchen aktiv - dies ist ein positives Zeichen für die Zukunft des ehrenamtlichen Systems Feuerwehr.
Die ersten Schritte sind gemacht - nun gilt es, das Projekt weiter mit Leben zu erfüllen!
Hans-Peter Kröger

Präsident
Deutscher Feuerwehrverband