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Mo 22.03.2010

Alleinerziehende stärker fördern

18 Prozent aller Familien in Deutschland sind Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil. Insgesamt leben mehr als 2 Millionen Kinder unter 18 Jahren in alleinerziehenden Familien. Alleinerziehende machen also einen wesentlichen Bestandteil der Familien in Deutschland aus.
Die Erwerbstätigenquote der Alleinerziehenden ist hoch: 61 Prozent sind aktiv erwerbstätig, das heißt sie sind nicht in Mutterschutz oder Elternzeit. Auch Alleinerziehende, die nicht erwerbstätig sind, würden zu einem großen Teil gerne arbeiten, haben aber in der Regel größere Schwierigkeiten, sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt für die meisten Alleinerziehenden eine beträchtliche Herausforderung dar. Sie sind aber mit deutlich höheren Anforderungen an die Organisation des Alltags, der Haushaltsführung, Kindererziehung und Sicherung des finanziellen Einkommens konfrontiert und deshalb auf ein engmaschiges Netz der Unterstützung angewiesen.

Projekt "Vereinbarkeit für Alleinerziehende"

Das Bundesfamilienministerium hat vor diesem Hintergrund das Projekt "Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende" durchgeführt, das die Vernetzung von lokalen Akteuren zur Unterstützung Alleinerziehender zum Ziel hatte. Der Schwerpunkt lag auf der systematischen Bildung und Weiterentwicklung lokaler Produktionsnetzwerke zur Unterstützung Alleinerziehender. Die Standorte haben erfolgreich die Arbeit im Netzwerk durchgeführt und Produkte wie Wegweiser, Bedarfserhebungen, auf die Bedarfe von Alleinerziehenden abgestimmte Angebote und Anlaufstellen entwickelt. Das Projekt ist Teil der kooperativen Partnerschaft "Perspektiven für Alleinerziehende" mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Mehr Leistungen, mehr Betreuungsangebote

Im Rahmen einer nachhaltigen Familienpolitik sind bereits wichtige Schritte erfolgt, um die materiellen Leistungen für Alleinerziehende und ihre Kinder zu verbessern. Die Erhöhung und frühere Staffelung des Kindergeldes, die Einführung des Elterngeldes und des Schulbedarfspakets und der weiterentwickelte Kinderzuschlag kommen wesentlich auch Alleinerziehenden zugute. Gemeinsam mit einer Erhöhung des Wohngelds werden mehr Familien unabhängig von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld und Sozialhilfe sein. Mit dem Ende 2008 in Kraft getretenen Kinderförderungsgesetz (KiföG) wird zudem der Ausbau der Kinderbetreuung vor allem für Kinder unter drei Jahren weiter vorangetrieben. Davon werden insbesondere auch Alleinerziehende profitieren.

Das Service-Portal des Bundesfamilienministeriums Familien-Wegweiser liefert einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Informationen zu Leistungen und Ansprechpartnern auch für Alleinerziehende.