Service-Angebote
Inhaltsbereich
4. Familien- und Lebensformen von Frauen und Männern
| Download von Kapitel 4 als PDF Dokument (.pdf, 224 KB) |
Das Wichtigste in Kürze
In den meisten EU-Mitgliedsstaaten sind die Geburtenziffern erheblich gesunken. In Deutschland beträgt die Geburtenziffer im Jahr 2003 1,34 Kinder pro Frau und liegt damit unterhalb des Durchschnitts in Europa (1,46).
In der Gesamtschau der Bevölkerung ist das Alter von 35 bis 44 Jahren 2004 die familienintensivste Phase in Deutschland. Etwas mehr als jede zweite Person in dieser Altersgruppe lebt in einer traditionellen Familienform. Bleibt der Familienstand außer Acht, so haben in diesem Alter gut 10 Prozent mehr, nämlich insgesamt 67 Prozent, familiale Verpflichtungen. Der Anteil der Frauen, die in diesem mittleren Lebensalter mit einem Kind zusammenleben, liegt um 16 Prozent über dem der Männer.
In Ostdeutschland leben mehr Menschen in einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft mit Kindern und deutlich mehr allein Erziehende als in Westdeutschland.
In der zugewanderten Bevölkerung beginnt die Familienphase früher als bei den Deutschen und sie lebt häufiger und im Verlauf des Lebens länger in einem familialen Verbund.
Bei westdeutschen Frauen besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Schulabschluss und Mutterschaft: Je höher der Schulabschluss, desto größer der Anteil der Frauen, bei denen im Alter von 35 bis 39 Jahren kein Kind im Haushalt lebt. Bei Hauptschulabsolventinnen sind dies 24 Prozent, bei Realschulabsolventinnen 28 Prozent und bei Frauen mit Hochschulreife 41 Prozent. Im Alter von Ende 30 leben - je nach Schulabschluss - 47 Prozent bis 56 Prozent der Männer in einem kinderlosen Haushalt. Der lineare Zusammenhang zwischen höherer Schulbildung und kinderlosen Haushalten, der bei Frauen offensichtlich ist, spiegelt sich bei Männern nicht wider.
Das traditionelle Muster, wonach der Mann die höhere berufliche Position innehat, wird im Durchschnitt in Westdeutschland nur noch von knapp der Hälfte der Paare in ihrer aktuellen Partnerschaft realisiert. Auch eine Zunahme der Alters- und Bildungsgleichheit in Partnerschaften ist festzustellen.
Scheidungen werden weit häufiger von Frauen als von Männern beantragt. In den ostdeutschen Bundesländern ist die Geschlechterdiskrepanz ausgeprägter als im Westen.
Im Rentenalter leben Männer noch überwiegend in einer Partnerschaft, während bei Frauen der Anteil der allein Lebenden mit dem Lebensalter stetig steigt. Dies ist eine unmittelbare Folge der wesentlich höheren Lebenserwartung von Frauen.


