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4.2 Private Lebensformen im Überblick für Deutschland im Jahr 2004

Ein Blick auf die Lebensformen Erwachsener gibt einen ersten, notwendig noch groben Hinweis auf geschlechtsspezifische Unterschiede in Deutschland sowie auf unterschiedliche Verhaltensweisen von inländischer und ausländischer Bevölkerung und westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern.

Markant sind die Unterschiede im jungen Lebensalter. Männer leben länger im Elternhaus als junge Frauen (Tabelle 4.1). Dies trifft auf die westdeutschen Bundesländer ebenso zu wie auf die ostdeutschen und - etwas abgeschwächt, aber trotzdem noch klar ausgeprägt - auch auf die nicht-deutsche Bevölkerung. Der Anteil lediger junger Männer, die bei den Eltern leben und 18 Jahre und älter sind, ist in den ostdeutschen Bundesländern mit 13,0 Prozent am größten, gefolgt von Männern in Westdeutschland (11,2 %) und Nicht-Deutschen (10,2 %). Bei den Frauen liegen die entsprechenden Werte dagegen nur um die 7 Prozent. Selbstständiges und eigenverantwortliches Leben im Alltag setzt bei Männern deutlich später ein als bei Frauen.

Tabelle 4.1: Private Lebensformen im Alter von 18 und mehr Jahren1 in West- und Ostdeutschland2 2004 (in %)


1 Bevölkerung am Familienwohnsitz
2 Ostdeutschland einschl. Berlin- Ost
Datenbasis: Mikrozensus 2004
Quelle: Statistisches Bundesamt, Sonderauswertung

Die Einbindung in eine familiale Lebensform ist bei ausländischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern in der erwachsenen Bevölkerung auffallend häufiger anzutreffen als bei Deutschen. Mehr als jede zweite Ausländerin (52,6 %) lebt mit mindestens einem Kind in ihrem Haushalt zusammen, bei den westdeutschen sind es 15 Prozent weniger (nämlich 35,0 %) und von den ostdeutschen Frauen haben 34,6 Prozent alltägliche familiale Aufgaben (unabhängig vom Familienstand). Das Gefälle bei den Männern ist geringer, aber in der Struktur ähnlich: 44,2 Prozent der ausländischen Männer leben mit einem Kind zusammen, wohingegen dies nur auf ca. jeden dritten der ost- und westdeutschen Männer zutrifft.

Die Lebensform allein erziehend ist über alle hier betrachteten Bevölkerungsgruppen hinweg ein eher weibliches Phänomen. Bei den Frauen in Ostdeutschland kommt dies mit 7,5 Prozent am häufigsten vor. Bei den Männern übersteigt der Anteil nicht den Wert von 1,3 Prozent. Männer leben hingegen überdurchschnittlich häufig als Ledige allein (ca. 11 %); bei den Frauen liegt dieser Wert zwischen 5,9 Prozent bei Nicht-Deutschen und bei 7,8 Prozent in den westdeutschen Bundesländern (Tabelle 4.1).