Service-Angebote
Inhaltsbereich
3.4 Geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede bei unterschiedlichen Beschäftigtengruppen
Während sich der durchschnittliche Einkommensabstand zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern im Rückblick auf die letzten Jahre insgesamt relativ stabil zeigt, divergieren die zeitgleich feststellbaren geschlechtsspezifischen Einkommensdifferenzen zwischen unterschiedlichen Beschäftigtengruppen sehr deutlich.
Aktuell belegen die in der Einkommens- und Verbraucherstichprobe 2003 erfassten Einkommensunterschiede zwischen weiblichen und männlichen Haupteinkommensbezieherinnen bzw. -beziehern, dass die Gleichstellung bei Selbstständigen, Beamtinnen bzw. Beamten, Angestellten und in der Arbeiterschaft sehr unterschiedlich weit vorangeschritten ist und dass bei allen Statusgruppen die Verdienstrelationen für Frauen im Osten günstiger sind als für Frauen im Westen (Abbildung 3.6).
Abbildung 3.6: Anteil der Bruttomonatsverdienste von Haupteinkommensbezieherinnen an den durchschnittlichen Verdiensten von Haupteinkommensbeziehern (Vollzeit) nach sozialer Stellung in Deutschland insgesamt sowie West- und Ostdeutschland 2003 (in %)
Anmerkung: Ohne Haushalte mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 18.000 € und mehr aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit
Datenbasis: Einkommens- und Verbraucherstichprobe (1. Halbjahr)
Quelle: Statistisches Bundesamt: Sonderauswertungen; eigene Berechnungen
Sowohl als Selbstständige bzw. Gewerbetreibende wie auch als Beamtinnen erzielen Frauen deutlich mehr Anteile am entsprechenden Männereinkommen als Angestellte oder Arbeiterinnen. Man kann diesen Befund als einen Hinweis darauf nehmen, dass Frauen im öffentlichen Dienst, insbesondere Beamtinnen, weniger Nachteile hinzunehmen haben als abhängig Beschäftigte in der Privatwirtschaft.[16] Offensichtlich können sich selbstständige bzw. gewerbetreibende Frauen auch eher gleiche Chancen sichern als Angestellte oder Arbeiterinnen.
Wenn im Folgenden nun die Einkommensungleichheit von weiblichen und männlichen abhängig Beschäftigten näher beleuchtet wird, so geschieht dies jeweils auf der Basis der Vollzeitbeschäftigten. Dabei wird in einem Zweierschritt vorgegangen: Einerseits wird geprüft, ob Frauen etwa in den Beschäftigtengruppen überrepräsentiert sind, die generell also unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit - schlechter bezahlt werden als andere Beschäftigtengruppen. Dann wird geprüft, ob Frauen und Männer innerhalb der jeweiligen Beschäftigtengruppen gleich bezahlt werden oder ob Frauen auch hier noch einmal benachteiligt werden.
[91] Es scheint ein internationales Phänomen zu sein, dass Frauen im öffentlichen Sektor eher an die Verdienste von Männern heranreichen als im privaten. So erzielten Frauen im Durchschnitt der EU-15-Staaten im öffentlichen Sektor 87 Prozent, im privaten Sektor aber nur 82 Prozent der Stundenlöhne von Männern (Eurostat, zitiert nach Dribbusch 2004).


