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3.2 Einkommensunterschiede im europäischen Vergleich

Überall in Europa verdienen Frauen weniger als Männer. Daten von Eurostat zeigen, dass weibliche Beschäftigte 2003 je nach Land zwischen 75 und 96 Prozent der Verdienste männlicher abhängig Beschäftigter erreichten (Abbildung 3.1).

Abbildung 3.1: Anteile der Fraueneinkommen an den Männereinkommen im EU-Vergleich 20031 (in %)

1 Daten für 2003 beziehen sich für FIN, I, B, A auf das Jahr 2001, für Gr und SL auf 2002
2 Daten für EU-15 sind geschätzt
3 Daten für D, UK und E mit Reihenunterbrechungen
4 Angaben für MT, PL, LV, BG, SK sind unvollständig
Anmerkungen: Abgebildet sind die Anteile der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste von Frauen in Prozent der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste von Männern, alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 16 und 64 Jahren, die pro Woche mindestens 15 Stunden bezahlte Arbeit leisten. Betriebserhebung.
Länder geordnet nach den Anteilen der Frauenverdienste an den Männerverdiensten 2003, gruppiert nach den "alten" EU-Staaten einerseits und den neuen bzw. den Anwärterstaaten andererseits
A: Österreich, B: Belgien, BG: Bulgarien, CY: Zypern, CZ: Tschechien, D: Deutschland, DK: Dänemark, E: Spanien, EE: Estland, GR: Griechenland, F: Frankreich, FIN: Finnland, HU: Ungarn, I: Italien, IRL: Irland, L: Luxemburg, LT: Litauen, LV: Lettland, MT: Malta, NL: Niederlande, P: Portugal, PL: Polen, RO: Rumänien, S: Schweden, SI: Slowenien, SK: Slowakei, UK: Großbritannien
Datenbasis: Nationale Erhebungen, Europäisches Haushaltspanel (ECHP), Statistiken über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC)
Quelle: Eurostat: European Statistical Data Support (ESDS); eigene Berechnungen

Zwischen 1995 und 2003 konnten Frauen in einigen EU-15-Staaten ihre Verdienstanteile verbessern, so in Großbritannien von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend und in Irland, Italien, den Niederlanden und Österreich einen höheren Einkommensanteil weiter ausbauend. In Deutschland, Portugal, Spanien, Dänemark und Schweden fielen nach dieser Statistik die Verdienstanteile von Frauen 2003 hinter den 1995 erreichten Stand zurück[5]. Indem Frauen in Deutschland gemessen am Bruttostundenverdienst nur 77 Prozent der Männer verdienen, stellt Deutschland gegenwärtig das Schlusslicht unter den 15 EU-Staaten in bezug auf Lohngleichheit dar. Echte Fortschritte im Hinblick auf eine Angleichung der Verdienste von weiblichen und männlichen Beschäftigten hat es nur in wenigen Ländern gegeben. Während Frauen in Italien 2003 weit über 90 Prozent der Verdienste von Männern erzielten, nahm Deutschland mit Österreich und Großbritannien, gemessen an der erreichten Einkommensgleichheit von Frauen und Männern, unter den EU-15-Staaten die letzten Rangplätze ein. Eine solche unter Gleichstellungsgesichtspunkten recht schlechte Platzierung von Deutschland ist untypisch und auffallend. Deutschland befindet sich nämlich ansonsten beim Ranking in punkto Gleichstellung eher auf einem der mittleren Plätze[6]. In den 2004 der EU beigetretenen Staaten und einigen Anwärterstaaten liegen die Verdienste von Frauen und Männern zum Teil noch weiter auseinander als in den EU-15-Staaten. Der Trend geht in den neuen und künftigen EU-Staaten in Richtung einer Angleichung der Einkommen von Frauen und Männern[7].

[5]  Eigene Berechnungen auf der Basis von Eurostat: European Statistical Data Support (ESDS).

[6] Im Abschnitt 3.5 wird versucht, eine Antwort auf die Frage nach den Ursachen für den ungünstigeren Rangplatz von Deutschland zu geben.

[7] Eigene Berechnungen auf der Basis von Eurostat: European Statistical Data Support (ESDS).