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10.3.4 Gewalterfahrungen im Geschlechtervergleich

  • Männer erleben mehr Gewalt im öffentlichen Raum und sind insbesondere als Jugendliche und junge Männer gefährdet, Opfer von körperlichen Übergriffen durch andere Männer und männliche Jugendliche zu werden.

  • Männer erleben etwa gleich häufig wie Frauen Gewalt in engen sozialen Beziehungen, wobei bei Männern die elterliche und geschwisterliche Gewalt bei den unter 20-Jährigen eine besondere Rolle zu spielen scheint, während sich es sich bei Gewalt gegen Frauen in engen sozialen Beziehungen häufiger um Gewalt in Paarbeziehungen handelt.

  • Der weitaus größte Teil der gegen Frauen gerichteten Gewalt wird durch - zumeist männliche - aktuelle oder frühere Beziehungspartner verübt. Gewalt im öffentlichen Raum spielt demgegenüber eine untergeordnete, wenn auch nicht zu vernachlässigende Rolle.

  • Von körperlicher Gewalt in heterosexuellen Paarbeziehungen scheinen zunächst Männer - rein quantitativ - in annähernd gleichem Ausmaß wie Frauen betroffen zu sein. Werden aber der Schweregrad, die Bedrohlichkeit und die Häufigkeit erlebter Gewaltsituationen einbezogen, dann zeigt sich, dass Frauen häufiger von schwerer und in hoher Frequenz auftretender Gewalt in Paarbeziehungen betroffen sind.

  • Sexuelle Gewalt gegen Männer und Frauen, Mädchen und Jungen wird zu 95-99 Prozent von Männern ausgeübt. Opfer von sexueller Gewalt werden überwiegend Frauen, Mädchen und Jungen, seltener dagegen erwachsene Männer.

  • Von körperlicher Gewalt in der Kindheit und Jugend sind den bundesdeutschen Studien nach männliche Kinder und Jugendliche häufiger betroffen als Mädchen. Das trifft in hohem Maße für Gewalt in Schulen und durch Gleichaltrige und - abgeschwächt - auch für Formen elterlicher körperlicher Züchtigung zu. Männer und Frauen üben etwa gleich häufig körperliche Gewalt gegen Mädchen und Jungen im Rahmen der elterlichen Erziehung aus.

  • Von sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend sind Mädchen häufiger als Jungen betroffen.