Fr 27.08.2010
Der Bund und die Regierungschefs der Länder haben bekräftigt, dass die gesamtgesellschaftliche Allianz zur Ächtung von Gewalt und Gewaltverherrlichung auf hoher politischer Ebene unterstützt werden muss. Gefordert wird eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung aller mit dieser Thematik und ihren zahlreichen Facetten befassten Einrichtungen und Institutionen. In diesem Zusammenhang wurde unter Federführung der vom Bundesfamilienministerium beauftragten Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention beim Deutschen Jugendinstitut (DJI) ein ausführlicher Bericht zum aktuellen Stand der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter erstellt, der eine spezifische Ausrichtung auf gewaltpräventive Strategien der Fachpraxis verfolgt.
Nach dem Gutachten der von der Bundesregierung eingesetzten Anti-Gewaltkommission von 1990 verdeutlicht der Bericht erstmals wieder umfassend, was sich in den knapp 20 Jahren im Feld der Prävention von Gewalt sowohl von als auch gegen Kinder und Jugendliche bewegt und verändert hat. Der Bericht konzentriert sich auf die wichtigsten Orte des Aufwachsens sowie die im Falle von Gewalt zuständigen Institutionen Familie, Kindertagesbetreuung, außerschulische Angebote der Jugendhilfe, Schule, Polizei, Justiz.
Im Mittelpunkt des Berichtes stehen die Strategien der Gewaltprävention, die den zahlreichen Praxisprojekten, Maßnahmen und Programmen vor Ort zugrunde liegen. Auf diese Weise wird ein Überblick gegeben über den Stand der konzeptionellen und methodischen Grundlagen und der sich abzeichnenden Herausforderungen im Bereich der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter - unabhängig von ihrer Realisierung in konkreten Projekten, Maßnahmen oder Programmen.
Die Entwicklung neuer Strategien zur Kriminalitäts- und Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen gehört zu den Schwerpunktaufgaben im Kinder- und Jugendschutz. Das Bundesfamilienministerium hat deshalb den Bericht "Strategien der Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter" umfassend unterstützt und wertet ihn als einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen.