Mo 30.08.2010
Beim Modellprojekt A.I.B. handelt es sich um eine in den Niederlanden entwickelte und bisher nur dort angewandte Methode zur Reintegration von Kindern und Jugendlichen mit auffälligem und insbesondere kriminellem Verhalten in ein stabiles soziales Umfeld (INSTAP). Das Projekt hatte zum Ziel, Möglichkeiten, Bedingungen, aber auch Grenzen für den Transfer dieser Methode in das deutsche Hilfesystem zu klären und zu erproben. In jeweils fünf Kommunen (Nürnberg, Dortmund, Leipzig, Magdeburg, Hamburg-Harburg) wurde ein A.I.B.-Team zur intensiven ambulanten Begleitung auffälliger Kinder und Jugendlicher eingerichtet.
Die bisherigen Erfahrungen in den Niederlanden zeigen, dass die sozialpädagogischen Teams durch ihre kurzzeitpädagogische Arbeit mit auffälligen Kindern und Jugendlichen langwierige stationäre und ambulante Hilfen reduzieren oder ganz vermeiden können. Der Einsatz solcher Teams in Deutschland verspricht daher neben fachlicher Innovation auch Spareffekte durch die Verringerung oder Vermeidung kostenintensiver stationärer Maßnahmen.
Zielgruppe des Projektes waren Kinder und Jugendliche, die ihre ursprüngliche soziale Umgebung zum Teil oder vollständig verlassen haben. Diese Destabilisierung kann auffälliges Verhalten der Kinder und Jugendlichen auslösen und verfestigen - Delinquenz, Schulabbruch, Drogensucht und Obdachlosigkeit sind Folgeerscheinungen. Durch die pragmatisch orientierte (Re)Integration mittels individueller (personal)intensiver ambulanter Begleitung (maximal 3 Monate) soll den Jugendlichen die Chance gegeben werden, wieder ein Leben ohne Konflikte mit gesellschaftlichen Institutionen zu führen und sich wieder in einem stabilen Sozialraum zu integrieren.
Das Projekt wurde vom Institut des Rauhen Hauses für soziale Praxis isp durchgeführt und vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) evaluiert.