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Fr 21.12.2012

Schulverweigerung - Die 2. Chance

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Für junge Menschen ist Bildung der Schlüssel zu Identität, Orientierung und gesellschaftlicher Teilhabe. Bundesweit verlassen aber 6,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler eines jeden Jahrgangs die Schule, ohne einen Hauptschulabschluss (Bildungsbericht 2012). Ausländische Jugendliche verlassen mehr als doppelt so häufig die Schule ohne Abschluss wie deutsche Jugendliche. Zudem verfügen rund 15 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren in Deutschland nicht über einen Berufsabschluss. Jugendliche ohne Schulabschluss haben jedoch wesentlich geringere Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Die "Karriere" vieler Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher verläuft stufenweise. Sporadische Unaufmerksamkeit im Unterricht wandelt sich bald in geistige Abwesenheit und führt zu absoluter Verweigerung der Mitarbeit. Manche Jugendliche bleiben der Schule sogar ganz fern, "Schuleschwänzen" wird für sie allmählich zur Regel.

Das Programm "Schulverweigerung - Die 2. Chance" hat sich zum Ziel gesetzt, so genannte "harte" Schulverweigerer vor allem von Hauptschulen wieder in das Regelschulsystem einzugliedern und ihre Chancen auf einen Schulabschluss zu erhöhen. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die ihren Schulabschluss durch aktive oder passive Schulverweigerung gefährden und die eine allgemeinbildende oder berufliche Schule besuchen, auf der der Erwerb eines Schulabschlusses möglich ist. Damit sollen neue Wege und Methoden erprobt und angeregt werden, um die Anzahl der Jugendlichen in Deutschland, die die Schule ohne Schulabschluss verlassen, nachhaltig zu verringern.

Bundesweit lokale Koordinierungsstellen geschaffen

Im Rahmen des Programms wurden deutschlandweit Anlaufstellen in Form von lokalen Koordinierungsstellen geschaffen. Die Zahl der Koordinierungsstellen betrug im Jahr 2011 bundesweit knapp 190. Diese bauen in Kooperation mit den Schulen, der Schulsozialarbeit oder mobilen Jugendarbeit zunächst den Kontakt zu den Jugendlichen auf. Die persönliche und langfristige Begleitung der Jugendlichen ist ein zentrales Element der Wiedereingliederung. Zunächst werden die Kompetenzen der Jugendlichen ermittelt. Darauf aufbauend wird mit den Jugendlichen und in Zusammenarbeit mit den Eltern und der Schule individuelle Bildungs- und Entwicklungspläne erstellt. Auch die Umsetzung wird begleitet. Die Jugendlichen haben feste Begleiterinnen und Begleiter vor Ort, damit die Hilfsangebote maßgeschneidert auf ihre persönliche Lebenssituation zugeschnitten werden können.


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