Do 27.01.2011
In der Diskussion um Jugendgewalt und die Implementierung gewaltfreier Konfliktbearbeitung in Jugendhilfe und Schule wird zunehmend thematisiert, inwieweit Jugendliche mit Migrationshintergrund einbezogen und ob deren kulturelle und sozio-ökonomische Rahmenbedingungen ausreichend berücksichtigt werden.
Viele Beschäftigte in Schule und Jugendeinrichtungen sind durch Sprachschwierigkeiten, Unsicherheit im Umgang mit insbesondere männlichem Dominanzverhalten und vagen Kenntnissen um ethnische, soziale und religiöse Hintergründe nur unzureichend auf die besondere Problemkonstellation vorbereitet.
Das vom Bundesfamilienministerium geförderte Praxisforschungsprojekt "Konfliktbearbeitung in interkulturellen Kontexten in Jugendhilfe und Schule" setzt sich das Ziel, vorhandene Konzepte und Erfahrungen bei der Konfliktbearbeitung in migrationsbezogenen Kontexten - die bisher fast ausschließlich als Praxiserfahrung nur kleinräumig existieren, jedoch nicht verallgemeinert der Fachöffentlichkeit zur Verfügung stehen - zu bewerten und auf dieser Grundlage Zukunftsmodelle zu entwickeln, wie interkulturelle und interethnische Konflikte in den Feldern der Jugendhilfe und insbesondere an der Schnittstelle zur Schule bearbeitet werden können.
Mit einer Laufzeit von drei Jahren begann die Untersuchung im November 2005 und wurde von drei sozialwissenschaftlichen Instituten gemeinsam durchgeführt: Camino, Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung gGmbH, Berlin, Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism) und dem Institut des Rauhen Hauses für soziale Praxis gGmbH (isp), Hamburg.