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Mi 30.12.2015

Neue Bundesprogramme in der Kindertagesbetreuung starten

Zum 1. Januar 2016 starten unter dem Motto "Frühe Bildung: Gleiche Chancen" drei Bundesprogramme, die die Qualität in der Kindertagesbetreuung stärken sollen. Damit setzt das Bundesfamilienministerium sein Engagement für eine passgenaue Betreuung und frühkindliche Bildung fort.

"Gute Betreuungsangebote eröffnen allen Kindern von Anfang an gleiche Bildungschancen. Bund, Länder und Kommunen haben deshalb in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Kindertagesbetreuung in Deutschland auszubauen", erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. "Wir müssen jedoch weiter in qualitativ hochwertige frühe Bildungs- und Betreuungsangebote investieren und gute Rahmenbedingungen für Kinder, Eltern und Betreuungspersonen schaffen. Die drei neuen Bundesprogramme sind wichtige Bausteine in diesem Qualitätsprozess."

Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist"

Sprachliche Bildung ist besonders wirksam, wenn sie früh beginnt. Das Bundesfamilienministerium fördert mit dem Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" deshalb die alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil in der Kindertagesbetreuung. Weitere Schwerpunkte sind die Zusammenarbeit mit Familien und die Umsetzung inklusiver Bildung. Von der Förderung profitieren vor allem Kinder mit besonderem sprachlichen Förderbedarf, dazu gehören auch Kinder mit Fluchterfahrung.

Von 2016 bis 2019 stellt der Bund jährlich bis zu 100 Millionen Euro für die Umsetzung des Programms zur Verfügung. Damit können rund 4000 zusätzliche halbe Stellen für Fachkräfte mit Expertise im Bereich sprachliche Bildung und in der Fachberatung geschaffen werden.

Bundesprogramm "KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist" 

Für viele Eltern ist es ein Balanceakt, Beruf und Familie miteinander in Einklang zu bringen. Das neue Bundesprogramm "KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist" fördert passgenaue, am Bedarf der Eltern orientiere Öffnungszeiten in Kitas und in der Kindertagespflege, um Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um längere Betreuungszeiten, sondern um Betreuung zu anderen Zeiten. Von dem Programm profitieren vor allem Alleinerziehende und Eltern, deren Arbeitszeiten außerhalb der üblichen Öffnungszeiten von Kitas und Kindertagespflege liegen.

Von 2016 bis 2018 fördert der Bund mit bis zu 100 Millionen Euro zukunftsfähige Angebote von bedarfsgerechten Öffnungs- und Angebotszeiten. Kindertageseinrichtungen und Tagespflegepersonen können die Förderung für Personal-, Sach- und Investitionskosten einsetzen.

Bundesprogramm "Kindertagespflege: Weil die Kleinsten große Nähe brauchen"

Viele Eltern schätzen die kleinen Gruppen und die stabilen Bezugspersonen in der Kindertagespflege. Das Bundesfamilienministerium fördert mit dem Bundesprogramm "Kindertagespflege: Weil die Kleinen große Nähe brauchen" die  Einführung des vom Deutschen Jugendinstitut erarbeiteten Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuchs Kindertagespflege (QHB). Mit dem QHB werden Kindertagepflegepersonen besser auf ihre Tätigkeiten vorbereitet und ihnen neue berufliche Perspektiven eröffnet. Daneben werden auch Ziele wie die Inklusion in der Kindertagespflege oder Qualifizierungen für Fachberater und Fachberaterinnen verfolgt.

Von 2016 bis 2018 werden rund 30 Modellkommunen über drei Jahre mit insgesamt 21 Millionen Euro unterstützt. Gefördert werden eine Personalstelle sowie Sach- und Qualifizierungskosten.

Weitere Mittel für die Förderung der Kindertagesbetreuung 

Neben den Mitteln für die neuen Bundesprogramme stehen noch weitere Finanzhilfen für den Ausbau von Betreuungsplätzen bereit. Manuela Schwesig: "Es ist richtig, dass wir den Ländern und Kommunen die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld zur Verfügung stellen. Mit fast zwei Milliarden Euro von 2016 bis 2018 können wir einen weiteren Schritt gehen, die Kindertagesbetreuung zukunftsfähig auszugestalten".

Außerdem beteiligt sich der Bund mit dem dritten Investitionsprogramm "Kindertagesbetreuung" von 2015 bis 2018 mit weiteren 550 Millionen Euro am Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige und mit jährlich 845 Millionen Euro an den Betriebskosten. In den Jahren 2017 und 2018 wird der Bund den jährlichen Betriebskostenzuschuss auf 945 Millionen Euro erhöhen.