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Mi 27.04.2016

Ergänzendes Hilfesystem für Betroffene sexuellen Missbrauchs

Das Ergänzende Hilfesystem sexueller Missbrauch (EHS) unterstützt Betroffene, die als Kinder und Jugendliche sexuelle Gewalt im familiären Bereich oder in einem anderen Umfeld erleiden mussten. Ziel des Hilfesystems ist es, die aus dem sexuellen Missbrauch noch bestehenden Folgeschäden zu lindern.

Der Runde Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich" (RTKM) hatte in seinem Abschlussbericht vom 30. November 2011 die Einrichtung eines Ergänzenden Hilfesystems für diejenigen empfohlen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuellen Missbrauch erlitten haben und noch heute an diesen Folgewirkungen leiden.

In Umsetzung dieser Empfehlung sind im familiären Bereich der Fonds Sexueller Missbrauch (FSM) und im institutionellen Bereich das EHS institutionell geschaffen worden.

Das Ergänzende Hilfesystem gewährt Hilfen in Form von Sachleistungen, die dazu dienen sollen, heute noch existierende Folgen des sexuellen Missbrauchs in der Kindheit oder Jugend abzumildern beziehungsweise auszugleichen. Die Leistungen werden ergänzend gewährt, das heißt nur dann, wenn ein gesetzliches Leistungssystem (zum Beispiel Krankenkasse, Jobcenter) die Leistung nicht oder nicht mehr finanziert.

Pro Person können Leistungen im Wert von maximal 10.000 Euro gewährt werden. Die Leistungen des Ergänzenden Hilfesystems sind freiwillig, es gibt keinen Rechtsanspruch. Wer Hilfen aus dem Ergänzenden Hilfesystem Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich erhalten möchte, kann diese bei der Geschäftsstelle des Fonds Sexueller Missbrauch (GStFSM) in Berlin über den 30. April 2016 hinaus beantragen. Anträge, die den institutionellen Bereich betreffen, können derzeit bis zum 31.08.2016 gestellt werden.

Fonds Sexueller Missbrauch

Für Betroffene, die sexuellen Missbrauch in der Familie oder im familiären Umfeld erlitten haben, hat der Bund mit finanzieller Beteiligung von Mecklenburg-Vorpommern und Bayern  zum 1. Mai 2013 den Fonds "Sexueller Missbrauch im familiären Bereich" errichtet.

Den Betroffenen stehen seitdem subsidäre Hilfen zur Verfügung, die ihnen nach Antragstellung auf Grundlage der Beratung durch ein unabhängiges Gremium (die sogenannte Clearingstelle) per Bescheid zugesprochen werden können.

Ergänzendes Hilfesystem institutioneller Bereich

Betroffene, die sexuellem Missbrauch in staatlichen oder nichtstaatlichen Einrichtungen erlitten haben, können Hilfeleistungen aus dem Ergänzenden Hilfesystem erhalten, wenn mit dem Träger beziehungsweise der zuständigen (Dach-)Organisation eine Vereinbarung zur Beteiligung am Ergänzenden Hilfesystem besteht. Die Entscheidung über die Gewährung von Hilfeleistungen trifft die jeweilige Institution unter Berücksichtigung der Empfehlung der Clearingstelle.

Seit Start des EHS am 1. Mai 2013 können Betroffene, die in einer zum Bund gehörenden Einrichtung sexuelle Gewalt erleiden mussten, Hilfeleistungen beantragen.

Am EHS institutioneller Bereich beteiligen sich folgende nichtstaatliche Organisationen: Evangelische Kirche Deutschland (EKD), Diakonie, Deutsche Bischofskonferenz (DBK), Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK), Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB), Caritasverband,  Deutsches Rotes Kreuz, Deutscher Kinderschutzbund und Arbeiterwohlfahrt.

Die Freie Hansestadt Hamburg, die Freistaaten Sachsen, Bayern und Thüringen sowie die Länder Baden Württemberg, Saarland, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz  und Schleswig- Holstein haben die Vereinbarung zur Beteiligung am EHS unterzeichnet.

Die Länder nehmen im Rahmen des EHS ihre Arbeitgeberverantwortung wahr und werden Hilfeleistungen für Betroffene sexueller Gewalt in Schulen oder anderen Landeseinrichtungen übernehmen.

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Details zum Fonds Sexueller Missbrauch finden Sie auf der Website

www.fonds-missbrauch.de

Ihre Fragen beantworten wir unter der kostenlosen und anonymisierten Info-Telefonnummer 0800 4001050.