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Mo 17.11.2014

Gemeinsam gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet

Eine aktuelle Recherche von www.jugendschutz.net, der länderübergreifenden Stelle für den Jugendschutz im Internet, macht deutlich: Bilder, die Kinder in sexuellen Posen zeigen, sind noch immer leicht im Internet zu finden. Um die Auffindbarkeit solcher Darstellungen zu erschweren, ihre Löschung zu beschleunigen und sie international zu ächten, wurde am 17. November in Berlin das "Netzwerk gegen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung von Kindern - Keine Grauzonen im Internet" gestartet.

Wichtiger Schritt zur Umsetzung des Gesamtkonzeptes zum Schutz von Kindern gegen sexuelle Gewalt

Damit wird ein weiterer zentraler Punkt des Gesamtkonzepts zum Schutz von Kindern gegen sexuelle Gewalt, das Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig am 22. September vorgestellt hatte, umgesetzt. Der Schutz vor Persönlichkeitsverletzungen in den digitalen Medien spielt in diesem Konzept eine wichtige Rolle.

Ziel des neuen Netzwerkes ist es, neben Darstellungen sexueller Handlungen von, an oder vor Kindern auch die Verbreitung solcher Darstellungen einzudämmen, die Kinder in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung oder in einem sexualisierten Kontext zeigen und die durch die vom Bundestag am 14. November beschlossene Änderung des Sexualstrafrechts umfassend unter Strafe gestellt werden.

Darstellungen im Internet eindämmen

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig übernimmt die Schirmherrschaft für die neue Form der Zusammenarbeit zwischen dem I-KiZ - Zentrum für Kinderschutz im Internet, Internet-Beschwerdestellen und Unternehmen. "Posendarstellungen verletzen die Persönlichkeitsrechte von Kindern und sind oft Nährboden noch schlimmerer Formen von Gewalt", sagte sie bei der Vorstellung des Netzwerks. "Diese Form des Missbrauchs dürfen wir nicht dulden oder verharmlosen."

Zusammenarbeit bringt verschiedene Ansätze zusammen

Das I-KiZ - Zentrum für Kinderschutz im Internet koordiniert die Arbeit der Partner. Die Internet-Beschwerdestellen nehmen Hinweise von Nutzerinnen und Nutzern auf unzulässige oder unangemessene Inhalte entgegen und arbeiten in Kooperation mit den Diensteanbietern sowie Partnerhotlines aus anderen Staaten an einer schnellen Löschung. Die Beschwerdestellen können hierzu Fördermittel des Bundesfamilienministeriums erhalten.

Ein bei www.jugendschutz.net errichtetes Kompetenzzentrum leuchtet systematisch Grauzonen der sexuellen Ausbeutung von Kindern durch deren sexualisierte Darstellung im Internet aus, um Erscheinungsformen zu analysieren und Gegenstrategien zu entwickeln.

Google platziert künftig als erster Unternehmenspartner im Umfeld von Suchergebnissen Warnhinweise, wenn der Verdacht einer Suche nach einschlägigem Material besteht. Die Hinweise enthalten Informationen für Kinder, Jugendliche und deren Angehörige. Sie erfahren dort, an wen unzulässige Fundstellen gemeldet werden und wo Betroffene Hilfe erhalten können. Google arbeitet hier neben den Beschwerdestellen eng mit der Beratung "Nummer gegen Kummer" zusammen. Des Weiteren richten sich die Hinweise auch an Menschen mit pädophiler Neigung, die auf das Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden" hingewiesen werden und dort therapeutische Hilfe unter Schweigepflicht finden.

"Globale Plattformanbieter wie Google sind wichtige Partner, weil sie die Verbreitung von Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern über ihre Dienste wirksam bekämpfen und ihre Auffindbarkeit stark beschränken können", sagte Manuela Schwesig.

Alle Initiativen zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung an einen Tisch bringen

Um das Löschen zu beschleunigen und weitere Unternehmen einzubinden, wird das I-KiZ auf der Basis des Netzwerks den internationalen Konsens über die Ächtung von Posendarstellungen voranbringen, die Zusammenarbeit mit bestehenden Initiativen zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung verbreitern und zu einer internationalen Tagung im Frühjahr 2015 nach Berlin einladen.