http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=183846.html

Fr 27.01.2012

Forschungsprojekt "Jugendliche Gewalttäter zwischen Jugendhilfe und krimineller Karriere"

Im Mittelpunkt des vom Bundesfamilienministerium geförderten Forschungsprojekts "Jugendliche Gewalttäter zwischen Jugendhilfe und krimineller Karriere" stehen junge männliche, mehrfach straffällig gewordene Gewalttäter und der institutionelle Umgang mit ihnen. Eine kleine Gruppe von zumeist männlichen Jugendlichen fällt mit schweren oder schwersten und wiederholten Straftaten, darunter auch Gewaltstraftaten, auf. Gründe hierfür können unter anderem desolate Familienverhältnisse oder Alkohol- und Drogenprobleme sein. Besonders betroffen scheinen hier Jugendliche mit Migrationshintergrund. Ein Teil dieser Gruppe ist den Jugendämtern seit langen Jahren bekannt.

Parallel zu kriminellen Karrieren sind häufig so genannte "Jugendhilfekarrieren" zu erkennen. Zahlreiche Hilfsangebote, Maßnahmen und Sanktionen reihen sich in diesen Fällen zu langen Ketten, die bei den Jugendlichen wenig bis keine Wirkung zeigen. Am Ende lassen sich für die Jugendlichen kaum ein geeignetes ambulantes Umfeld  oder stationäre Unterbringungen finden. Als Konsequenz folgt häufig der Jugendstrafvollzug.

Ziel des Forschungsvorhabens

Das Projekt beleuchtet die Problematik aus zwei Perspektiven: Einerseits soll die Perspektive der Jugendlichen selbst im Hinblick auf ihre Erfahrungen mit den Institutionen erhoben werden. Andererseits interessiert vor allem auch die Sichtweise der Akteure aus den Bereichen Jugendhilfe und Justiz sowie ihre Schnittstellen.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es zu klären, welche Wechselwirkungen zwischen einer kriminellen Karriere und Jugendhilfekarriere bestehen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sollen eine Grundlage für die fachliche Weiterentwicklung der Strategien der Kinder- und Jugendhilfe sein. Darüber hinaus soll ein Beitrag zur Verbesserung der Institutionen übergreifende Kooperation zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Justiz geleistet werden.

Die Gesamtergebnisse werden unter anderem in Form einer Publikation der Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wird damit im Sinne einer offensiven Jugendpolitik betont, dass die Kinder- und Jugendhilfe die Verantwortung für die Förderung der Entwicklung und den Schutz aller junger Menschen übernimmt - gerade auch für die, die große Probleme haben und machen.

Das Forschungsprojekt wird von der Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendkriminalprävention am Deutschen Jugendinstitut (DJI) durchgeführt.


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