Fr 21.12.2012
Für viele benachteiligte Jugendliche ist es nicht leicht, den eigenen Berufsweg zu finden. Soziale, familiäre und persönliche Probleme können den erfolgreichen Berufseinstieg erschweren. In Kombination mit einem fehlenden Schulabschluss oder einer abgebrochenen Ausbildung wird diese Situation für junge Menschen dann zu einem Problem, das sie kaum mehr allein lösen können. Ein halbes Jahr nach dem Verlassen der allgemeinbildenden Schule befindet sich etwa ein Viertel der Absolventen noch nicht in einer Ausbildung. Die größte Gruppe bilden hier Jugendliche mit Hauptschulabschluss beziehungsweise ohne jeglichen Abschluss; nur ein Drittel von ihnen schafft im Laufe von 18 Monaten den Sprung in eine berufliche Ausbildung.
Die Kompetenzagenturen unterstützen benachteiligte Jugendlichen, die mit den vorhandenen Angeboten der Bildung und Berufsbildung, Arbeitsmarktförderung, Jugendarbeit etc. nicht mehr erreicht werden. Sie bauen in Kooperation mit den Arbeitsmarktakteuren, den Jugendämtern und der mobilen Jugendarbeit den Kontakt zu den Jugendlichen auf und unterstützen sie mit maßgeschneiderten Hilfen. Damit erhöhen die Kompetenzagenturen die Chancen der Jugendlichen auf eine Ausbildung und erproben neue Wege und Methoden zur Integration von besonders benachteiligten Jugendlichen.
Nach der Pilotphase in den Jahren 2002 bis 2006 mit 15 Modellkompetenzagenturen gab es im Förderjahr 2011 180 lokale Standorte. Im Rahmen der Initiative JUGEND STÄRKEN setzen die Kompetenzagenturen ihre Arbeit bis Ende 2013 fort. Das Programm "Kompetenzagenturen" wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.