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Fr 23.04.2010

Erste Sitzung Runder Tisch gegen Kindesmissbrauch

Unter dem gemeinsamen Vorsitz der Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan fand am 23. April die erste Sitzung des Runden Tisches gegen Kindesmissbrauch statt.

Familienministerin Kristina Schröder erklärte: "Wichtig für einen verbesserten umfassenden Schutz von Mädchen und Jungen ist ein Gesamtkonzept. Dieses Konzept bietet der Aktionsplan der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung, den wir derzeit mit Hochdruck weiter entwickeln."
Am Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch, dessen offizieller Titel "Runder Tisch Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich" lautet, wurde die Verantwortung aller gesellschaftlichen Kräfte für einen verbesserten Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt klar benannt.

Konkrete Hilfen für Opfer sexuellen Missbrauchs

An der konstituierenden Sitzung des Runden Tisches nahmen die Beauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann, sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen teil, darunter zentrale Kinderschutzverbände, Opferberatungseinrichtungen, Familienverbände und die beiden großen christlichen Kirchen.

In einer offenen Aussprache wurde konkretisiert, wie Opfern geholfen und wie Missbrauch in Institutionen sowie innerhalb der Familie verhindert werden kann. Familienministerin Kristina Schröder betonte, dass eine Selbstverpflichtung von Einrichtungen wie Schulen oder Vereinen zu klaren Verhaltensregeln in Missbrauchsfällen unabdingbar sei. Parallel dazu müssten Kinder und Jugendliche behutsam sensibilisiert werden, damit sie Missbrauch erkennen und klar benennen können.

Drei Arbeitsgruppen gebildet

Der Runde Tisch setzt insgesamt drei Arbeitsgruppen ein: Die Arbeitsgruppe "Prävention - Intervention - Information" unter dem Vorsitz von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wird am 25. Mai zum ersten Mal tagen. Bereits am 20. Mai tagt die Arbeitsgruppe "Durchsetzung staatlicher Strafanspruch - Rechtspolitische Folgerungen - Anerkennung des Leidens der Opfer sexuellen Missbrauchs in jeglicher Hinsicht" unter dem Vorsitz von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Eine dritte Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird sich dem Themenbereich Forschung und Lehre widmen.

Ende des Jahres werden erste Ergebnisse in Form eines Zwischenberichts vorgelegt.

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