Inhalt

Mi 23.07.2014

Aus- und Aufbau von Netzwerken Früher Hilfen

Der Aus- und Aufbau von Netzwerken Früher Hilfen ist ein wichtiger Schwerpunkt der Kinder- und Jugendpolitik des Bundesfamilienministeriums. Im Mittelpunkt Früher Hilfen stehen insbesondere die ersten drei Lebensjahre von der Schwangerschaft an bis zur frühen Kindheit. Frühe Hilfen basieren auf drei Schwerpunkten:

  • Stärkung der Elternkompetenz: Frühes Erkennen von Belastungen und Risiken durch einen frühen Zugang und rechtzeitige Hilfen für Kinder und Familien im Rahmen von verbindlichen Netzwerken Früher Hilfen.
  • Präventiver Schutz von Kindern: Gesundes Aufwachsen und zuverlässiger Schutz von Kindern vor Vernachlässigung und Misshandlung durch Unterstützung der Eltern.
  • Starke Netze für Eltern und Kinder knüpfen: Verbindliche Vernetzung zwischen dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendhilfe, den Schwangerschaftsberatungsstellen, den Frauenunterstützungseinrichtungen und weiteren Institutionen für Familien und Kinder sowie der Justiz und der Polizei.

Nationales Zentrum Frühe Hilfen als bundeszentrale Wissens- und Informationsplattform

Um praxistaugliche Netzwerke Früher Hilfen zu erproben und zu evaluieren, hat das Bundesfamilienministerium das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) eingerichtet. Damit hat der Bund gemeinsam mit allen Ländern die wissenschaftliche Begleitung von Modellprojekten auf den Weg gebracht. Im Nationalen Zentrum Frühe Hilfen werden seit 2007 all diese Erfahrungen zusammengetragen und ausgewertet. Träger sind die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln und das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in München. Das NZFH soll die Entwicklung Früher Hilfen bundesweit unterstützen.

Um die Zielgruppe wirkungsvoll zu erreichen und fachlich kompetent lückenlos begleiten zu können, müssen Gesundheitssystem und Kinder- und Jugendhilfe, aber auch Schwangerschaftsberatungsstellen und andere Beratungseinrichtungen, Institutionen zum Schutz vor häuslicher Gewalt, Kindergärten und Schulen sowie Familiengerichte und Polizei eng miteinander verzahnt werden.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen hat folgende Arbeitsaufträge:

  • Forschung: Das vorhandene Wissen zu Frühen Hilfen und die Erfahrungen und Ergebnisse aus den Modellprojekten des Bundes werden gebündelt und aufbereitet. Bestehende Forschungs- und Wissenslücken werden identifiziert und zu ihrer Schließung beigetragen. Informationen rund um die Frühen Hilfen werden für die Praxis nutzbar gemacht. 
  • Transfer: Das gesammelte Wissen wird allen interessierten Kommunen und Trägern zugänglich gemacht, um sie beim Aus- und Aufbau von Netzwerken Früher Hilfen zu unterstützen. Gute Praxis kann so auch auf andere Orte übertragen werden. 
  • Qualifizierung: An der Umsetzung der Frühen Hilfen sind viele unterschiedliche Professionen beteiligt. Der Erfolg ihrer Arbeit ist zentral davon abhängig, wie sie qualifiziert sind. Ihre Kompetenzen sollen gestärkt und interdisziplinäres Lernen angeregt werden. Auch Möglichkeiten des Einsatzes von Ehrenamtlichen werden in den Blick genommen. 
  • Kommunikation: Mittels verschiedener Materialien werden der Fachpraxis bedarfsgerecht Informationen zu den Frühen Hilfen zur Verfügung gestellt. Die Öffentlichkeit wird über die Entwicklung von Kindern, die besondere Bedeutung der ersten Lebensjahre sowie über Gefahren für Kinder und Unterstützungsmöglichkeiten informiert. Familien erhalten direkt Information und Unterstützung.
  • Kooperation: Der Aus- und Aufbau von Netzwerken Früher Hilfen stellt aufgrund der Fülle der Partner aus unterschiedlichen Leistungssystemen eine Herausforderung dar. Umso wichtiger ist daher ein kontinuierlicher Austausch mit den für die Umsetzung Früher Hilfen Verantwortlichen in Ländern und Kommunen sowie Wissenschaft und Fachverbänden.

Bundesinitiative Frühe Hilfen

Seit 2012 ist das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) außerdem Koordinierungsstelle des Bundes für die Bundesinitiative Frühe Hilfen. Der Bund stellt im Zeitraum 2012 bis 2015 177 Mio. Euro für den Auf- und Ausbau der Netzwerke Frühe Hilfen zur Verfügung. Aufbauend auf den in den Ländern und Kommunen bereits vorhandenen Strukturen soll damit ein bundesweit vergleichbares Angebot für Familien im Bereich Frühe Hilfen geschaffen werden. Die Bundesinitiative Frühe Hilfen ist ein wichtiger Bestandteil des Bundeskinderschutzgesetzes und basiert auf § 3 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG).