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Mi 06.03.2013

Gewalt in Trennungssituationen

Die bundesweite repräsentative Studie aus dem Jahr 2004 "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" kommt zu dem Ergebnis, dass mindestens jede vierte Frau schon einmal körperliche oder sexuelle Übergriffe durch einen Partner oder Ex-Partner erlebt hat. Demnach sind Frauen von häuslicher Gewalt mehr bedroht als durch andere Gewaltdelikte wie Körperverletzung mit Waffen, Wohnungseinbruch oder Raub. 

Auch das Ausmaß und die Folgen der Gewalt waren dann am größten, wenn der Täter ein Partner oder Ex-Partner war - hinsichtlich der Verletzungsfolgen wie auch hinsichtlich der psychischen, psychosozialen und gesundheitlichen Folgen. Die Gewalt tritt dabei häufig im Kontext von Trennungs- und Scheidungssituationen auf oder verstärkt sich dann. Frauen und ihre Kinder sind in dieser Phase einem besonders hohen Risiko von eskalierender Gewalt ausgesetzt. Dies macht die 2009 veröffentlichte Studie "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen" deutlich.

Aufgrund verschiedener Tötungsfälle befassen sich die Polizeien der Länder verstärkt mit der Risiko- und Gefährdungsanalyse, also mit der Frage, wie Gewalteskalationen bis hin zu Tötungsdelikten in Paarbeziehungen verhindert werden können. Die Beratungseinrichtungen greifen ebenfalls diese besondere Risikosituation in ihren Konzepten auf.

Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe Häusliche Gewalt unter Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt die Bemühungen der Polizei, besonders gefährliche Täter rechtzeitig zu erkennen und Opfer besser vor weiterer Gewalt zu schützen.

Der Themenbereich Gewalt in Trennungssituationen ist ein Schwerpunkt des zweiten Aktionsplans der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.