http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=88298.html

Mi 25.04.2012

Gesundheit und Gewalt

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Gewalt und insbesondere die häusliche Gewalt als eines der weltweit größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder. Das Bundesfamilienministerium hat zu diesem Themenbereich verschiedene Studien und Auswertungen in Auftrag gegeben und veröffentlicht. In diesen werden auch spezifische Zielgruppen berücksichtigt.

Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland

Die vom Bundesfamilienministerium 2004 in Auftrag gegebene Repräsentativuntersuchung "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" mit einer Befragung von 10.000 Frauen belegt das Ausmaß von "Häuslicher Gewalt" gegen Frauen in Deutschland: Alle Formen von Gewalt sind mit (zum Teil erheblichen) gesundheitlichen, psychischen und psychosozialen Folgen verbunden. Die Ergebnisse der Studie haben die Grundlage geschaffen, um gezielte Maßnahmen und Strategien zum Abbau von Gewalt im Geschlechterverhältnis und zur Verbesserung der Hilfe- und Unterstützungssituation für gewaltbetroffene Frauen zu entwickeln.

Sonderauswertung "Gesundheit-Gewalt-Migration"

Die Sonderauswertung "Gesundheit-Gewalt-Migration - Eine vergleichende Sekundäranalyse zur gesundheitlichen und Gewaltsituation von Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland" untersucht die Zusammenhänge zwischen Gewalterfahrungen und der gesundheitlichen Belastung. Die Auswertung wurde 2008 veröffentlicht und basiert auf der Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland". Die Stichprobe der Analyse umfasst Frauen deutscher und türkischer Herkunft sowie Frauen aus Ländern der ehemaligen UdSSR.

Gewalt gegen Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen

Das Bundesfamilienministerium hat die Studie "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland" in Auftrag gegeben und 2012 veröffentlicht. Die Ergebnisse verdeutlichen den Zusammenhang zwischen Gewalt und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Frauen mit Behinderungen haben danach nicht nur ein höheres Risiko, Opfer von Gewalt zu werden. Auch umgekehrt dürften (frühe) Gewalterfahrungen im Leben der Frauen maßgeblich zu späteren gesundheitlichen und psychischen Beeinträchtigungen und Behinderungen beigetragen haben

Gesundheitliche Versorgung von gewaltbetroffenen Frauen

Ärztinnen und Ärzte sind oft die ersten Ansprechpartner von Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Ihnen kommt daher eine Schlüsselrolle bei der Versorgung von Gewaltopfern zu. Maßnahmen im Gesundheitsbereich gehören deshalb zu den Schwerpunkten des "Aktionsplan II der Bundesregierung zur Bekämpfung der Gewalt an Frauen". Wegweisende Projekte im Krankenhausbereich wurden unter anderem in Kooperation mit dem Berliner Verein Signal e.V. durchgeführt.

Modellprojekt "Medizinische Intervention gegen Gewalt (MIGG)"

Die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von gewaltbetroffenen Frauen im ambulanten Bereich war das Ziel des Modellprojektes "Medizinische Intervention gegen Gewalt an Frauen (MIGG)". Das Modellprojekt wurde vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Aktionsplans II der Bundesregierung gefördert.


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