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Fr 10.06.2011

Berufliche Selbstständigkeit

Die berufliche Selbstständigkeit von Frauen gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. 31,1 Prozent aller Selbstständigen in Deutschland sind laut Mikrozensus (2009) Frauen. Dies ist im Wesentlichen auf die höhere Zahl der Akademikerinnen zurückzuführen. In den letzten Jahren wurde bei der beruflichen Selbstständigkeit von Frauen zudem ein stärkerer Zuwachs verzeichnet als bei den Männern.

Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland im Bereich des Beschäftigungseffekts der Unternehmensgründung von Frauen sogar die erste Stelle ein. Dies ergab die Studie "Genderaspekte in der Existenzgründung und Selbstständigkeit", die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde.

Bundesweite Gründerinnenagentur (bga)

Der Anteil der beruflich selbständigen Frauen an allen Erwerbstätigen ist dennoch nur etwa halb so hoch wie der der Männer. Ein zentrales Anliegen der Bundesregierung ist es daher, Frauen bei der Existenzgründung zu unterstützen. Um Unternehmerinnen den Start in die selbstständige Erwerbstätigkeit zu erleichtern, haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die bundesweite gründerinnenagentur (bga) ins Leben gerufen.

Die bga bietet deutschlandweit Informationen und Dienstleistungen rund um die unternehmerische Selbstständigkeit von Frauen in allen Branchen und allen Phasen der Unternehmensgründung, Unternehmensfestigung und Unternehmensnachfolge an.

Roadshow "Meine Zukunft: Chefin im Handwerk"

Aktuell erfolgt jede vierte Gründung im Handwerk durch eine Frau, davon der überwiegende Teil im Friseur- und Kosmetikhandwerk. Die große Vielfalt der technischen Handwerksberufe ist viel zu wenig bekannt, obwohl gerade sie angehenden Handwerks-Chefinnen - zum Beispiel als Kfz-Mechatronikerin oder Feinwerkmechanikerin - gute Karrierechancen bietet. Weibliche Vorbilder sind hier noch selten. Die interaktive  Roadshow "Meine Zukunft: Chefin im Handwerk" zielt darauf, mit den Bei­spielen erfolgreicher Chefinnen im Handwerk junge Frauen dazu zu ermutigen, die Vision eines eige­nen Handwerksunternehmens zu entwickeln und kreative Ideen umzusetzen.

Mit der Ausstellung sollen möglichst viele Besucherinnen für diesen Karriereweg gewonnen werden. Die interaktive Ausstellung wird bis 2013 in über 50 Prozent aller Handwerkskammern Deutschlands gezeigt. Die Roadshow ist ein Projekt des Bundesfamilienministeriums und Teil des Stufenplans "Mehr Frauen - Mehr Vielfalt in Führungspositionen".

Frauen in Familienunternehmen

Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung zufolge stehen von 2010 bis 2014 jährlich 22.000 Übergaben in Familienunternehmen bevor (IfM Bonn, 2010). Dass dabei Töchter in der Geschäftsleitung genauso erfolgreich sind wie Söhne, zeigt die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellte Studie „Familiendynamik in Familienunternehmen: Warum sollten Töchetr nicht erste Wahl sein?“. Töchter sind als Chefinnen besonders verantwortungsbewusst. Ergebnisse einer  Studie des IW Köln (2009) zeigen, dass für Frauen bei der eigenen Nachfolgeplanung die Sicherung der Arbeitsplätze ihrer Belegschaft an erster Stelle steht - noch vor der Sicherung der eigenen Altersvorsorge.

Damit Frauen bei Unternehmensübergaben künftig verstärkt zum Zuge kommen, hat das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium 2006 die Arbeitsgruppe "Unternehmensnachfolge durch Frauen" initiiert. Hier arbeiten neben den Bundesressorts rund 100 Expertinnen und Experten aus den Landesministerien, Kammern, der freien Wirtschaft und der Forschung zusammen. Zu den erfolgversprechenden Maßnahmen gehört der Nationale Aktionstag zur Unternehmensnachfolge durch Frauen "Nachfolge ist weiblich", der am 10. Juni 2010 bereits zum dritten Mal mit rund 70 Veranstaltungen bundesweit stattgefunden hat.