Mo 06.06.2011
Hochqualifizierte Frauen verdienen faire Chancen auf Führungspositionen in der Privatwirtschaft. Nach Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stagniert der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft in den letzten Jahren jedoch bei 27 Prozent. Dies entspricht jedoch bei Weitem nicht dem Anteil hochqualifizierter Frauen.
Insgesamt nimmt der Frauenanteil in Führungspositionen mit zunehmender Größe des Unternehmens und auch mit der Höhe der Hierarchieebene im Unternehmen ab: Frauen gelingt es eher, in kleinen und mittleren Unternehmen Führungspositionen einzunehmen. In Großkonzernen sind in Vorständen und Aufsichtsräten fast ausschließlich Männer vertreten. So waren 2010 in den 200 größten Unternehmen gerade einmal 10,6 Prozent der Aufsichtsratspositionen und nur 3,2 Prozent der Vorstandspositionen mit Frauen besetzt.
Auch im Bereich der öffentlichen Hand ist das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Führungspositionen noch nicht erreicht.
Es ist Ziel der Bundesregierung, die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen so zu verändern, dass auch Frauen faire Chancen bekommen, höhere Stufen der Karriereleiter zu erklimmen. Die Bundesregierung setzt dies mit einem Bündel von Maßnahmen um, die unter dem Motto "Mehr Frauen – mehr Vielfalt in Führungspositionen" stehen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen hat das Bundesfamilienministerium den Stufenplan "Frauen und Männer in Führungspositionen" entwickelt.
Kern dieses Stufenplans ist eine gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung ("FlexiQuote") der Unternehmen. Die "FlexiQuote" ist eine moderne und nachhaltige Lösung, die auf Transparenz und Wettbewerb setzt. Sie befeuert nach außen den Wettbewerb zwischen den Unternehmen - über öffentliche Rankings in den Zeitungen, mediale Berichterstattung - und stößt gleichzeitig innerbetrieblich Diskussionen an, denn Unternehmen werden ihre Zielquoten vor der Belegschaft und dem Betriebsrat rechtfertigen müssen. Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dabei ein besonderes Anliegen des Bundesfamilienministeriums.
Zehn Jahre nach Unterzeichnung der "Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft zur Förderung der Chancengleichheit" machen die vorliegenden Bilanzen deutlich, dass die Fortschritte in den vier Zielbereichen sehr unterschiedlich ausfallen: Bei fairen Ausbildungschancen für Mädchen und Frauen und bei der Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind gute Erfolge zu verzeichnen. In den beiden anderen Handlungsfeldern hingegen – Entgeltgleichheit und Frauen in Führungspositionen – sind intensivierte und innovative Ansätze unabdingbar.